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Saturday, 14. November 2020 So lief die Saison 2020 - die neuen Deutschen Meister berichten translate news

Deutscher Meister Speed RC-OLC 2020: Wolf-Rüdiger Eitelmann (rechts).
Wolfis 110.0-Punkte-Flug mit dem Zulu. Hier geht es zum Flug im OLC.
Als Ende März die ersten guten Flugtage kamen und die OLC Saison 2020 Fahrt aufnahm, war schlagartig Stillstand angesagt. COVID-19 und der damit einhergehende Lockdown fror das öffentliche Leben ein - der Flugbetrieb auf Vereinsgeländen war von heute auf morgen untersagt. Wer jetzt punkten wollte - und nicht eh schon außerhalb von Vereinsgeländen flog - der musste flexibel sein. Wusste man in heimischen Gefielden immer, wo der Hausbart steht, galt es nun, brauchbare Gelände zu finden und sich gänzlich neu zu orientieren.
Einer, der das wie kein anderer genutzt hat, ist Wolf-Rüdiger Eitelmann (Wolfi), der alte und neue Deutsche Meister der Speed OLC-Wertung. Wolfi resümiert: "Für mich war diese Saison grandios. Ich konnte wie im letzten Jahr wieder drei 100er-Flüge in die Wertung bringen. Neben meinem persönlichen Rekord im Normalgelände mit dem Zulu, habe ich mich am meisten über den 100-Punkte-Flug mit dem Starling Pro gefreut, weil ich anfänglich nicht geglaubt hätte, dass mit diesem Flieger solche Durchschnittsgeschwindigkeiten geflogen werden können. Betrachtet man die Wetterlage, so hatte ich aber auch viel Glück. In meinem (anfangs durch Corona bedingtem) aktuellem Stammgelände ging es oftmals gut und zuverlässig und mit entsprechender Ausdauer konnten Oliver Raach und ich auch mehrmals im Teamflug super Flüge genießen. Dass ein Gelände durchaus gute oder schlechte Thermikjahre haben kann, konnte ich beim Blick auf die Ergebnisse anderer Mitstreiter feststellen. Ich war glücklicherweise oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der Luft."
RC-OLC Long-Distance: die Königsklasse des sportlichen Modellsegelflugs
Nach dem Probelauf in der Saison 2019 konnte 2020 erstmals der Deutsche Meistertitel in der neuen Long-Distance Wertung erflogen werden. Anders als in der Speed-Wertung, in der die 10 schnellsten Runden des Fluges maßgeblich sind, werden hier die Wertungsstrecken aller gültigen Runde addiert. Hier gilt es also nicht, in einer guten Thermikphase in kürzester Zeit High-Speed-Runden in den Himmel zu brennen - vielmehr zählt "oben bleiben" und eine Taktik, mit der auch Thermikflauten überbrückt werden können - von der Konzentration und körperlichen Ausdauer des Piloten ganz abgesehen. Mit wahnsinnigen 51 gültigen Runden (67,17 Punkte) war es abermals ein Flug von Wolfi, an dem es sich zu messen galt. Geflogen mit einem Modell der Klasse bis 2 Meter Spannweite (!). In der Gesamtwertung aber war es Wolfgang Holtz, der am Ende die Nase vorne hatte. Der OLC gratuliert Wolfgang zum ersten Deutschen Meistertitel!
Wolfgang Holtz analysiert seine besten Flüge
Zur Saison 2020 und seinem Erfolg schreibt uns Wolfgang Holtz: "Es bleibt zunächst einmal festzustellen, dass das Wetter und somit die Thermik in diesem Jahr nicht so gut und ausgeprägt waren. Nutzen ließen sich die Übergänge in den Temperaturphasen von Kalt nach Warm, wobei es zwei Flüge gibt, die ich in dieser Form innerhalb von sechs RC-OLC Jahren noch nicht erlebt habe. Großflächiges Steigen in allen Richtungen des SZK, ohne dass gezielt enge Wenden (Schweinschwänze ) in Richtung des vorhergehenden Dreiecks geflogen werden mussten. Ein leichteres Fliegen um Punkte zu machen gibt es nicht.
Wolfgangs Flug vom 02.06.2020 (siehe Screenshot 1)
Mein bestes Jahresergebnis in der Long-Distance mit 40 Runden innerhalb von ca. 120 Minuten. Speed-Wertung 60.49 Punkte, Best-Round 64.02 Punkte, All-Rounds 52.56 Punkte. An der Wertung kann man erkennen, dass es eher ein ruhiger Flug war, lange oben bleiben ohne das wirklich schnell geflogen werden konnte. Da die Thermik nicht so ausgeprägt war, sind im Barographen immer wieder Absaufer (15:10 bis 15:35 Uhr) zu erkennen und im weiteren Verlauf bei 300 Metern nur kleine Piks, die einen Höhengewinn erkennen lassen. Hier hätte ich etwas schneller Fliegen können, um den Höhengewinn in Geschwindigkeit umzusetzen. Insgesamt ein konservativer Flugstil, der sich in der Speed-Wertung mit 60.49 Punkten darstellt. Betrachtet man den vorderen Teil der Wertung, erkennt man das stärker werden der Thermik und mit dem höher Kreisen auf ca. 330 Meter das Fliegen entspannter wird, weil genügend Höhe vorhanden ist um nach neuer Thermik zu suchen. Was aber ab 17:00 Uhr nicht weitergeholfen hatte, denn da hatten Thermik und Konzentration rapide abgenommen.
Wolfgangs Flug vom 27.05.2020 (siehe Screenshot 2)
Mein zweitbester Flug in der Long-Distance Wertung mit 34 Runden innerhalb von ca. 125 Minuten. Speed-Wertung 70.71 Punkte, Best-Round 80.72 Punkte, All-Rounds 48.69 Punkte. Dieser Flug hätte spannender nicht sein können. Absaufer um 50-60 Meter. Zwischendurch immer wieder ein paar schnelle Runden. Dann wieder Kurbeln um oben zu bleiben und weiter machen zu können. Mehrfach war ich ganz kurz davor den Motor einzuschalten. Hätte ich es getan, wäre ein solches Barogramm nicht zu Stande gekommen. Dieser Flug hatte viel Konzentration abgefordert, wobei ich in den schwachen Phasen viel Glück hatte, neue Thermik zu finden.
Wolfgangs Flug vom 22.07.2020 (siehe Screenshot 3 )
Mein drittbester mit 40 Runden in der Long-Distance innerhalb von ca. 105 Minuten. Speed-Wertung  91.98 Punkte, Best-Round 97.44 Punkte, All-Rounds 43,33 Punkte. Der Flug war von Anfang an sehr spannend. Nach nur 5 Minuten war ich von 230 Meter auf 40 Meter und kurz davor den Motor einzuschalten, hatte aber Glück und die richtige Stelle mit schwachem Steigen angeflogen. Gefolgt von wechselhaftem Steigen und Fallen um 200 Meter ging es nach weiteren 25 Minuten wieder auf 40 Meter runter, immer den Daumen am Motorschalter, um schnell zu reagieren. Und dann kommt das womit ich gar nicht gerechnet hatte…es ging voll der Punk ab. Am Anfang der Steigphase bei 13:12 Uhr bin ich wegen der vorangegangenen schwachen Phase noch etwas verhalten geflogen (hätte schneller Fliegen können) und habe dann die Thermik zwischen 320 und 500 Metern mit schnellen Dreiecken nutzen können. Bei diesem Flug sind hohe Punktzahlen bei der Speed und Long-Distance Wertung zusammen gekommen.
Zusammenfassung
Long-Distance - eine Disziplin in der Durchhalten und Kurbeln auf der untersten Ebene noch weiterhelfen kann. Der Nacken und die Schultern nicht nur leichte Verspannungen hervorbringen und die Konzentration erheblich nachlässt, schwache Thermik noch Hoffnung auf weiter Fliegen aufkeimen lässt und wenn es dann gepasst hat…sich beim Loggen der Flüge ein breites Strahlen einstellt. Vorher mit einem Blick ins das Wetter den richtigen Zeitpunkt heraussuchen - und wenn einem dann noch die gefiederten Flugkollegen weiter helfen und Thermik anzeigen, dann ist das Natur- und Flugerlebnis nicht mehr zu toppen. Ich freue mich schon auf die Saison 2021.

Besser hätten wir die Faszination Long-Distance nicht zusammenfassen können. Wir sind gespannt, welche Höchstleistungen 2021 auf uns warten!
 
Wolfgang Holtz Flug vom 02.06.2020 (Modell: NAN Orion)
Hier geht es zum Flug im OLC.
Wolfgang Holtz Flug vom 27.05.2020 (Modell: NAN Orion)
Hier geht es zum Flug im OLC.
Wolfgang Holtz Flug vom 22.07.2020 (Modell: NAN Omega)
Hier geht es zum Flug im OLC.

 


Tuesday, 22. September 2020 Aufwind-Report: So werden die OLC-Runden am Hang geflogen translate news

Nachdem Hansjörg Rietmann in früheren Beiträgen die Flugtaktiken des RC‐OLC im Thermikflug beschrieben hat, erläutert er nun die Flugtaktiken am Hang. So viel vorab: Vom Reglement her gibt es mit Ausnahme der Starttechnik keine Unterschiede. Am Hang werden mehrheitlich zwei Startmöglichkeiten praktiziert. Das ist zum einen der Handstart, der sich vor allem für motorlose Modelle anbietet. Es wäre auch denkbar, Gummiflitsche, Hochstart oder sogar den F‐Schlepp anzuwenden – wobei Letzteres kaum praktiziert wird. Die zweite und viel genutzte Möglichkeit ist der Start mit Elektroantrieb. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Startarten besteht darin, dass die Lage des Start‐/Zielkreises (SZK) beim Handstart dort ist, wo das Modell gestartet wird.
 
Hier gibt es den Artikel als PDF.
Erschienen in AUFWIND 3/2020.

 


Saturday, 23. May 2020 Die führende Fachzeitschrift FMT berichtet über die Faszination OLC-Fliegen translate news

Der GPS-Streckenflugwettbewerb Online Contest (OLC) möchte die Modellsegelflieger weg vom Fliegen rund um den Startpunkt mit gelegentlichen Ablassern hin zum flächigen Streckenflug motivieren. Aber wo genau liegt der Reiz dieses Sports? Was bringt die Teilnehmer dazu, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Punktejagd zu gehen? Wie muss ich eigentlich meinen Logger konfigurieren? Und wie schaffe ich es, mihilfe von Telemetrie erfolgreiche Dreiecke zu fliegen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet dieser Artikel.
 
Hier gibt es den Artikel als PDF.
Erschienen in FMT 05/2020.

Thursday, 09. April 2020 Aufwind-Report: RC-OLC-Treffen 2019 am Moosberg translate news

An der vierten Auflage des Treffensvom 16. bis zum 19. Juni auf dem Moosberg beteiligten sich neun Modellflieger. Sie kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erstmals wurden Wettbewerbsflüge absolviert und eine Rangliste erstellt. Der Moosberg ist der Haushang des Modellfliegerhotels „Goldenes Lamm“ in Weissenbach im Tiroler Lechtal. Mit 1.025 Metern Höhe liegt er 125 Meter über dem Talgrund. Der Hang ist Südost‐orientiert und bietet damit eine herrliche Sicht über das Tal. Über der Hangflanke und dem vorgelagerten Gelände bildet sich schon vormittags gute Thermik. Selbst bei bedecktem Himmel trägt der Hang gleichmäßig und großflächig. So sind selbst bei solchen Wetterlagen stundenlange Flüge möglich. Die Landewiese liegt seitlich der Skipiste, leicht unterhalb des Plateaus. Sie ist übersichtlich, vollkommen hindernisfrei und etwa 100 Meter breit. Kleinere Segler können allerdings auch auf dem Plateau landen....
 
Hier gibt es den Artikel als PDF.
Erschienen in AUFWIND 1/2020.


 


Sunday, 05. April 2020 OLC-Fliegen in Zeiten von Corona? Ja! Aber nicht in Bayern translate news

Derzeit sind aufgrund der Corona-Pandemie Sport- und Freizeitstätten - und damit auch Modellflugplätze - geschlossen. Doch was ist mit dem Fliegen auf der "grünen Wiese"? Also dort, wo die meisten OLC-Teilnehmer ihre Flüge absolvieren? Ist Modellfliegen dort noch erlaubt? Ein klares "Ja"! Der Deutsche Modellfliegerverband e.V. (DMFV) schreibt dazu auf seiner Webseite:
"Die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote, auf die sich die Regierungschefs der Länder und die Bundesregierung am 22.03.2020 verständigt haben, erlauben ausdrücklich individuellen Sport und Bewegung an der frischen Luft. Aus Sicht des DMFV ist somit auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland der erlaubnisfreie Modellflug auf der „grünen Wiese“ weiterhin erlaubt, sofern er allein, nach den allgemeinen Regeln des Robert-Koch-Institutes zur Vermeidung von Infektionen und unter Beachtung der gesetzlichen Verfügungen erfolgt (...)".
In einer Aktualisierung vom 27.3.2020 schreibt der Verband: "(...)...die Modellflugplätze sind gesperrt und auch Vereinsaktivitäten oder Treffen von mehr als zwei Personen sind nicht erlaubt. Dennoch: Modellfliegen ist nicht verboten … und vielleicht wichtiger denn je, um den Hüttenkoller loszuwerden und den Kopf ein wenig frei zu bekommen. Das Leben besteht nicht nur aus Corona! (...)"
Dennoch mahnt der Verband, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Es sei davon auszugehen, dass nicht sämtliche kommunalen Behörden dieser Interpretation folgen. Im Zweifelsfall sei den Anweisungen der Ordnungshüter unbedingt Folge zu leisten.
 
Aktualisierung:
Am 7.4.2020 teilte der DMFV mit, dass die o.g. Aussage nicht für das Bundesland Bayern gilt. Der Verband schreibt: "Nach Aussage vom Luftamt Südbayern ist Modellfliegen generell in Bayern nach der Bayerischen Verordnung über Infektionsschutzmaßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie (Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung – BayIfSMV) verboten. Zwar ist darin in § 4 Abs. 3 Nr. 7 auch Sport und Bewegung an der frischen Luft erlaubt, doch fallen Modellfliegen wie Bergwandern usw. nicht darunter. Modellfliegen wird demnach als „längerer Aufenthalt im Freien“ definiert, welcher verboten ist."

Friday, 11. October 2019 Long-Distance Wertung: Größere Spannweiten im Vorteil translate news

Long-Distance OLC Champion
Falk Waidelich mit seiner 5m-LS6
Zur OLC-Saison 2019 erreichte uns von Falk Waidelich (MFG Wächtersberg) eine interessante Analyse:
Ich habe mir die Flüge im Normalgelände der Speed Wertung und der Long-Distance Wertung etwas genauer angeschaut. Zunächst habe ich dabei Flüge dieser Wertungen in eine Rangfolge gebracht und jeweils um Fluggelände und Modellgröße ergänzt. Dabei konnten einige interessante Feststellungen gemacht werden.
Zu den Fluggeländen:
Es ist festzustellen, dass die Top Flüge der beiden Wertungen auf vielen verschiedenen Flugplätzen durchgeführt wurden. Es ist hier nicht zu erkennen, dass ein bestimmtes Gelände einem anderen gegenüber Vorteile aufweist. In der Speed Wertung sind das insbesondere die Gelände auf dem Wächtersberg, Arbachwiesen, Vorder Grüt und Amenhusen in der Schweiz, sowie Wehringen in Bayern. In der Top 20 Speed Wertung der Flüge war das Gelände in Amenhusen am häufigsten vertreten. Bei 3 Flügen in der Speed Wertung konnte die 100 Punkte Schallmauer überwunden werden. Alle 3 Flüge gelangen Wolfi Eitelmann. Der schnellste davon war auf dem Wächtersberg, die 2 anderen auf dem von Wolfi entdeckten Gelände Arbachwiesen. Hier hat sich die Thermik wohl ziemlich zuverlässig entwickelt, denn Wolf Rüdiger Eitelmann hat 4 seiner Top 6 Speed Flüge auf diesem Platz durchgeführt.
Long-Distance:
Bei den Fluggeländen sind die oben bereits aufgeführten Plätze natürlich ebenso wieder häufig vertreten. Zusätzlich gesellt sich das oft von Wolfgang Holtz genutzte Gelände Busecker Wiese hinzu. Am häufigsten vertreten unter den Top 20 ist der Wächtersberg. Sehr spannend ist festzustellen, dass der punkthöchste Flug der abgelaufenen Saison im Norden Deutschlands gelang. Pilot Detlef Behse konnte sage und schreibe 51 Runden fliegen. Und das nicht auf seinem Heimatgelände in Helmstedt, was sonst immer seine Wahl ist. Diesen fast 3-stündigen Flug hat er bei Beierstedt, ca. 25 km südwestlich von Helmstedt, auf einem hügeligen Gelände, mit Wald und Hecken durchsetzt an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt.
Es ist zu erkennen, dass in der Speed Wertung die kleineren Modelle auf den vorderen Plätzen zu finden sind. Gewinner Wolfi Eitelmann hat 5 seiner Top 6 Flüge mit einem Zulu mit einer Spannweite < 1,5 m erflogen. Auch der zweitplatzierte Hansjörg Riethmann aus der Schweiz war mit einem kleinen Flieger mit Spannweite < 2 m am Start, ebenso der auf dem 3. Platz der Gesamtwertung stehende Paul Willutzki absolvierte 5 seiner Top 6 Flüge mit einem Modell < 2 m Spannweite. Die durchschnittliche Spannweite der Top 10 Flüge liegt bei 1,8 m, bei den Top 20 Flügen etwas höher bei 2,15 m.
Ein ganz anderes Bild zeigt die Long-Distance Wertung. Die durchschnittliche Spannweite der Top 10 Flüge liegt bei 3,05 m, bei den Top 20 Flügen 3,4 m. Ich konnte den Wettbewerb mit einer LS6 mit 4,95m Spannweite gewinnen. Es zeigt sich, dass in dieser Wertungsklasse Modelle unterschiedlicher Spannweiten vordere Plätze erfliegen. Der zweitplatzierte Daniel Rietmann flog ein Modell mit < 2,5m Spannweite, der Dritte Wolfgang Holtz 4 seiner Top Flüge mit 3m Spannweite, einmal sogar mit 3,5m. Die Spannweiten sind durchschnittlich größer als in der Speedwertung.
Wie ist das zu erklären?
Aus meiner Sicht sind in den beiden Wertungen unterschiedliche Flugtaktiken erforderlich, um erfolgreich zu sein. In der Speed Wertung ist es erforderlich, sein Modell möglichst schnell um das Dreieck zu fliegen. Idealerweise den Höhengewinn in maximalen Speed um zu setzen und mit wenig Überhöhung eine Runde abschließen. Die nächste Runde mit knapp unter der Grenze liegendem Start Speed zu beginnen. Um dies zu erreichen, sind aufgrund präziser Steuerbarkeit niedrigere Flughöhen vorzuziehen. Bei oben beschriebener Flugtaktik ist der Höhenzuwachs in der Thermikphase eher gering. Somit kommt logischerweise bei einer Flaute der Boden schnell näher und eine Landung ist kaum zu vermeiden. Viele Runden sind mit der Taktik somit nicht zu erzielen.
Anders in der Long-Distance Wertung. Hier kommt es nicht auf das letzte bisschen Speed an. Es ist besser , wenn man sich mit etwas Höhengewinn nach oben treiben lässt. Runde um Runde fliegt, ohne auf hohen Start Speed zu achten. Es macht auch Sinn, um eine Runde zu kämpfen und durch Kurbeln den Flieger mit Höhenüberschuss ins Ziel zu tragen. Die Flughöhe nimmt somit in der Thermikphase stetig zu. Bei abbauender Thermik ist somit die Arbeitshöhe und die zur Verfügung stehende Zeit deutlich höher, um wieder thermischen Anschluss zu finden. Größere Spannweiten bringen hier natürlich den Vorteil der besseren Sichtbarkeit des Modells in großer Höhe und Entfernung.
 
Falk Waidelich
 
OLC-Kommentar zu der Analyse von Falk Waidelich
Den Ausführungen kann man nur zustimmen, besonders im letzten Absatz beginnend mit "Anders in der Long-Distance Wertung. Hier kommt es nicht auf das letzte bisschen Speed an." bringt es Falk Waidelich auf den Punkt. Das sind genau die Fakten / Alleinstellungsmekrmale, die man bei der Vorstellung der Long-Distance Wertung am 5. April hier auf dieser websaite erläutert hat. Leider dauerte es bis Mai/Juni, bis die Leistunsgträger diese Fakten / Alleinstellungsmekrmale als Vorteile für ihre Art zu Fliegen registrierten ... dann aber stellten sich die Ergebnsisse wie gewünscht ein. Und diese weichen von der Speed-Wertung noch markanter ab, je mehr ein solcher Flug in den 'thermischen Tagesgang' eingebettet ist. Mit ein Grund ist hierbei die zunehmende Bedeutung der Taktik bei der Long-Distance Wertung, denn es ist absolut ergebnisentscheidend, wenn es um das Überwinden  einer Flaute-Phase geht ... die einen schaffen es, andere sind am Boden ;-)
Schon bei der Einführung war man sich im OLC sicher, dass die Long-Distance Wertung das Zeug zu einer ganz markanten Bereicherung für den sportorientierten Modellsegelflug hat.
Der Dank geht an Falk Waidelich für die korrekte Analyse.
 
P.S.: Die RC-OLC Long-Distance Wertung wurde während der laufenden Saison im März/April 2019 bekannt gemacht. Deshalb bittet man um Verständnis, dass dieses erste Jahr quasi ein Pilot-Projekt für die Einführung dieser neuen Wertung war ... und nachdem dieser Test rundum gelungen ist wird 2020 das erste 'echte' Wettbwerbsjahr sein (auch z.B. mit Urkunden usw.).

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