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Wednesday, 05. May 2021 Laura Stern: Unter den Rookies gleich der Star translate news

Sie ist der Star der neuen Rookie-Wertung im OLC und heißt auch gleich so: Laura Stern. Seit Wochen führt die 24-jährige Studentin die Rookie-Wertung auf der Deutschland- und Europa-Ebene an. Sie fliegt alles mit Begeisterung, was die FLG Lahr in Altdorf hergibt. Schon 21 Flüge hat die Streckenflug-Einsteigerin in dieser OLC-Saison gemeldet. Ihre großen Flüge absolvierte sie mit der LS4 und der neu in den Club gekommenen LS1-f. Im Interview erklärt Laura ihren Aufstieg.

OLC: In der neuen Saison hast du schon über 20 Flüge gemeldet. In der FLG Lahr bist du in einer streckenflugbegeisterten Gruppe aufgewachsen und so angeleitet worden?

Laura: Wir haben in der FLG Lahr viele motivierte Streckenflieger, die nehmen uns Einsteiger mit, geben Tipps. Das ist richtig gut.

OLC: Des Öfteren bist du mit Wolfgang Wagner für längere Zeitabschnitte zusammengeflogen. Er coacht dich?

Laura: Genau. Wir hatten jetzt einen Flug, da hatte ich eine recht gute Durchschnittsgeschwindigkeit. Da hat er mich angeleitet, einfach mal mehr geradeaus zu fliegen. Das hat richtig gut funktioniert. Und das motiviert dann noch mehr.

OLC: Was waren das für Schlüsselmomente, in denen du von erfahreneren Piloten fürs Streckenfliegen profitiert hast?

Laura: Dieses Jahr hatte ich einen Flug mit der ASK 13 mit Benjamin Matthiß. Ich wäre da schon lange wieder umgedreht Richtung Platz. Benny hat aber gemeint: „Nee, nee, es ist alles sicher. Die Wolken sehen gut aus. Und dahinten könnten wir auch landen.“ Das hat mir mega geholfen, entspannter zu fliegen.

Es gab viele kleinere Lernmomente mit Wolfgang, wo ich ihm mal eine Zeitlang hinterhergeflogen bin. Da konnte ich mir zum Beispiel überlegen, warum fliegt er die Wolke so und nicht anders an. Man nimmt bei so etwas viel mehr mit, als einem dabei bewusst ist.

OLC: Du gehst jetzt im Einsitzer auf Strecke. 2019 hast du mal einen größeren Trainingsflug mit Ingo Wünsch mit der DG 500 gemacht.

Laura: Ja, Ingo ist Fluglehrer und ein guter Streckenflieger. Nach solch einem Trainingsflug fällt es dann schon leichter allein zu fliegen, überhaupt mal vom Platz wegzufliegen.

OLC: Heute fliegst du nach kurzem Training schon beachtliche Strecken. Wie bist du überhaupt zum Segelflug gekommen? Familiär bist du ja nicht vorbelastet.

Laura: Ich bin durch meinen Freund zum Fliegen gekommen. Der hat den Segelflugsport doch recht intensiv ausgelebt. Am Anfang konnte ich das nicht ganz verstehen – jedenfalls nicht, bis ich dann selbst geflogen bin. Ich war neugierig und habe mir angesehen, was daran so toll ist. Ja, und seitdem bin ich auch dabei.

OLC: Von den Vereinsflugzeugen fliegst du mal LS1-f, mal LS4. Das was gerade zur Verfügung steht?

Laura: Ja, auch gerne mal die Ka 8. Die LS1-f haben wir relativ neu im Verein, damit kann man gut mit der LS4 zusammenfliegen.

OLC: Findest du als Streckenflugeinsteigerin auch theoretisch Unterstützung bei der Planung und Nachbesprechung der Flüge?

Laura: Organisiert in einem Theorieunterricht haben wir das im Verein nicht. Aber wenn jemand Interesse hat, weiß er, an wen er sich wenden kann, und bekommt dann seine Infos für die Planung oder Erklärungen.

OLC: Du nutzt heute auch gute Tage unter der Woche. Das kannst du dir so einrichten, was machst du beruflich?

Laura: Ich bin jetzt Masterstudentin der Medizintechnik in Offenburg und arbeite nebenher als Werkstudentin. Damit habe ich genügend Zeit und kann mir das Fliegen so auch finanziell leisten.

OLC: Bist du auch an zentralen Wettbewerben interessiert? Wird so etwas in der Gruppe gefördert?

Laura: Ja, das wird in der FLG Lahr unterstützt. Man kann dafür auch die Flugzeuge mitnehmen. Ich hatte auch Interesse, in diesem Jahr an einem zentralen Wettbewerb teilzunehmen, aber mit Corona ist die Planung sehr unsicher. Ich warte damit jetzt lieber bis nächstes Jahr.

OLC: Jetzt liegt dein Augenmerk darauf, deine Führungsposition bei den Rookies zu verteidigen?

Laura: Na klar.

OLC: Hat die Rookie-Wertung für dich und im Verein noch einmal Schub für den Streckenflug gegeben?

Laura: Auf jeden Fall. Vereinsintern führen wir eine kleine Statistik, in der die Rookie-Wertung auch eine Rolle spielt. Das ist vom OLC eine richtig gute Unterstützung. Das motiviert richtig, wenn man sich mit Piloten vergleichen kann, die relativ frisch dabei sind.

OLC: Was noch kommt, ist die Rookie-Tageswertung. Da hat dann jeder Streckenflugeinsteiger die Möglichkeit, sich mal ganz vorn zu platzieren.

Laura: Das wäre sehr interessant. Eine Tageswertung wäre echt cool.

OLC: Etwas von deinen Flügen kann man auch auf Youtube miterleben.

Laura: Ja, das Video hat Wolfgang gemacht, als er mich gecoacht hat. Er hat da festgehalten, welche Tipps er mir gegeben hat.

OLC: Und jetzt bist du schon selbst Vorbild im Verein für andere, die gerade in den Streckenflug einsteigen?

Laura: Ein bisschen vielleicht schon. Streckentechnisch sind im Verein jedenfalls alle sehr motiviert.

Das Interview führte Gerhard Marzinzik

Laura Stern mit der LS4 auf Strecke. Einfach geradeaus unter den Wolken. Laura mal im Doppelsitzer hinten. Zu zweit mit Coach Wolfgang in der LS4.

 


Tuesday, 04. May 2021 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Wochenende vom 01./02.05.2021 translate news

Wetterlagen im April und Mai sind häufig noch von Tiefdruckgebieten und vor allem Kaltluft dominiert - gerade der vergangene Monat zeigte das ja eindrucksvoll, gleiches galt aber auch für das erste Mai-Wochenende. Das eröffnet aber immer Chance, dass sich ein Sonnenstand wie im August mit einer langen Themikdauer kombiniert. Die Sache mit dem Tief kombiniert sich aber auch immer gerne mit Fronten und Feuchte - auch da machen der Samstag/Sonntag keine Ausnahme. Allein der Blick in die Flugspuren zeigt, dass die Sonnenseite (aber mit Ausbreitungen!) vor allem im Westen und Nordwesten beheimatet war, im Rest aber die Bedingungen - wenn überhaupt - nicht immer einfach waren.
Samstag/Sonntag:
Rückseitig des kleinen Tiefs über der Nordsee floss die Kaltluft vor allem in den Norden und Westen, während der weite der Bogen der Front vor allem jenseits der Elbe und vom Schwarzwald bis zum Erzgebirge zu erkennen ist. Zwischen dem Cirrenschirm (hellblau schattiert) von der Pfalz bis in die Altmark und den Ausbreitungen, die von der Nordsee her aufkamen, war das Wetterfenster nur klein. Man musste schon etwas zirkeln, um dort auch weitere Flüge unterzubringen.
Auch der Sonntag zeigt ein ganz ähnliches Bild: Das Tief drehte nun über Dänemark, rückseitig riss die Zufuhr kalter, aber weiterhin feuchter Luft nicht ab, was erneut zu zahlreichen Ausbreitungen führt. Wetterraume entwickeln sich dabei - manchmal "pumpend" im Tagesgang. Während beispielsweise der Niederrhein nach tollem Beginn im Tagesverlauf immer mehr zuging, konnte der Bereich zwischen Saarland bis ins Fränkische hinein profitieren. Weil es die Feuchte nicht komplett über die vorgelagerten Mittelgebirge schaffte, wurden die Bedingungen hier im Verlauf besser und weiträumiger.
Wer hat was draus gemacht?
Die besten Wetterräume zeigen dann auch die Flugspuren sehr deutlich:
Am Samstag wurde vor allem die Lücke im (Nord-)Westen genutzt, die "Platzrunde" um Düsseldorf gehörte dabei zu den an meisten frequentierten Linien. Aber auch die Strecken in Richtung Süden über die Eifel hinweg, wo es im Tagesverlauf dann besser wurde, zeigen sich deutlich in den Spuren.
Sonntag war es dann vor allem der offene Bereich zwischen Saar und Regnitz, der zum einen die schnellsten Strecken(-abschnitte) brachte, aber auch häufig Teil der langen Strecke war 2 der 3 weitesten Flüge am Samstag nahmen ihren Anfang in Grefrath. Holger Linnatz sowie Stephan Ripp & Hans-Theo Deckers wählten jeweils den Weg Richtung Münsterland. Ihre Flüge waren als Jojo angelegt, wobei erst die zweite Runde dann bis an den Teuto bzw. ans Wiehengebirge ausgedehnt werden konnte. Das Wetter musste erst noch bis dahin aufmachen. Auffällig am Flug von Stephan und Hans-Theo ist der erste Schenkel, der zwar bei niedriger Basis aber mit einer sehr hohen effektiven Gleitzahl ablief. Gab es da nicht diese Wetterregel: "geringe Basis - geringe Abstände"
Von den Kilometern etwas zwar weniger, aber deutlich flächiger war Wilfreid Großkinsky unterwegs. Aus der Eifel heraus ging es erst in Richtung Niederrhein und dann durch den Korridor zwischen Köln/Bonn und Düsseldorf bis ins Hochsauerland. Auch wenn die Kraftwerke offenbar nicht ganz Wilfrieds Erwartungen erfüllten (eigentlich sind die ja bei Kaltluft gut), brachte die Eifel zum Spätnachmittag/Abend noch eine Konvergenz mit der er die Wertungsstrecke flächig aufziehen konnte und ein spätes Wertungsende um 20:01 MESZ ermöglichte.
Der Sonntag war dann aber nochmal besser, das gilt sowohl für die Speed-Wertung als auch für die weite Strecke.
Die bereits erwähnte Lücke im Süden war dabei der Schnellmacher für eine Vielzahl der Flüge, die sich in der Speed-Wertung ganz weit oben finden. Norbert Kreis legt dabei die höchste absolute Beschwindigkeit vor (133,35km/h). Die Wertungszeit begann für ihn an der Saar und der Kurs führte ihn geradewegs bis ans Maindreieck und von dort wieder zurück bis kurz vor Heidelberg. Auf einem sehr ähnlichen Kurs war auch Matthias Arnold unterwegs, allerdings eine gute halbe Stunde später. Damit konnte er auch den sich ausdehnenden Wetterraum weiter nach Osten ausfliegen - und dabei auch etwas länger die Rückenwindkomponente nutzen. Er wendete bei Bamberg und geflogene 129,66km/h gingen in die Wertung ein. So konnte sich Matthias indexbereinigt vor Norbert platzieren und den punktbesten Speed-Flug (117 Punkte) für sich verbuchen.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass beide ihre Speed in weitere Flüge eingebettet hatten, so erreichte Matthias mit 819km im OLC-Plus Rang 2.
Noch ein gutes Stück weiter, nämlich 1043km, flog an dem Tag Maximilan Schäfer. Von Wanlo aus ging es für ihn zuerst nach Norden, in den zu der frühen Tageszeit besten (vorhergesagten) Wetterraum -, auch weil Eifel und Sauerland zu der Zeit noch zugestaut waren. Ihm dürfte beim Blick auf die TopMetSat nicht entgangen sein, dass auch die Ausbreitungen von Norden dichter wurden und nach der 1. Wende bei Appeldoorn ging es deshalb auf Südkurs weiter über die Eifel bis an die Saar und anschließend die Rennstrecke nach Osten entlang. "Nebenbei" ereicht er beim Sprung über die Eifel und dann von der Saar bis an die Tauber 132.95km/h und damit Platz 3 der Speed-OLC. Östlich um Frankfurt über den Spessart, Sieger- und Bergisches Land stieg er dann in den Korridor ein, um die verbleibenden Schenkel noch in der Braunkohle zu verfliegen. Nach über 10h Wertungszeit landete er wieder am Niederrhein.
Nach Durchgang des Sturmtiefs am Dienstag geht es dann erstmal mit einer "zonalen" Lage weiter: Eingebettet in die kräftige, breitenkreisparallele Strömung wechseln sich Tiefs und Luftmassen in rascher Folge ab, bevor sich zum kommenden Wochenende dann eine kräftige Südwestströmung einstellen kann - was eher nicht nach Kaltluft klingt ...
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
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Meteosat 8: Der Sonntag ... OLC Flugspuren Alpen OLC Flugspuren Deutschland
 

 


Monday, 03. May 2021 Late Night Soaring: Flug des Monats April translate news

Ab 6.5. 20:30h wird der Flug des Monats April bei Late Night Soaring zu sehen sein
Nach dem Ende der ersten Staffel von Late Night Soaring am 1.4., ging es gleich am darauffolgenden Donnerstag direkt weiter mit der Kür des "Flug des Monats März". Das Juroren Team hat dabei den Nordföhn Flug von Yves Gerster vom 16.3. dazu auserkoren und sich mit Yves über den Flug mit all seinen Facetten bzgl. Vorbereitung und Durchführung unterhalten. Das entsprechende Video wurde mittlerweile schon mehr als 3300 mal angeklickt.
Welcher der sehr vielen überaus interessanten Flüge im April diesmal zum Flug des Monats wird, wird natürlich noch nicht verraten, aber ab Donnerstag, 6.5. 20:30h wird das entsprechende Video der Flugbesprechung mit dem siegreichen Piloten online gestellt.
Alle bisherigen live Veranstaltungen, sowie die Flugbesprechungen zu den Flügen des Monats gibt es auf
https://www.youtube.com/channel/UCTGeJxLmkAUI_GFLZ3IWdbA
und alle Dateien aus den Session sind in der Dropbox
https://www.dropbox.com/sh/jflkde53je766h7/AACl0JLu3r_d_fbSidvP86GNa?dl=0
zum herunterladen

Mathias Schunk

 


Saturday, 01. May 2021 Contour flight in southern England translate news

With this barogram you rub your eyes first. For around two hours, the writing crawls almost inseparably across the site. It's a great piece that Roger Barber delivered on Thursday. With his Nimbus 4T Roger covered the morning part of his flight between Portmouth and Eastbourne, often at an altitude of only 50 to a little over 150 m above the terrain. If you want to recognize this ridge in southern England as a hillside flying area, you have to look very carefully.
For a long time Roger Barber only reached his greatest height when he took off from the Lasham gliding center: 1500 meters. That was enough to reach the ridge to the south. Roger: “The ridge actually worked better than expected and for longer than predicted. Because actually the wind should die by late morning.” After that, Roger almost gave up: “It didn't look good to the west.” But then it actually went well, and in the end it was no longer a problem, to fly back to Lasham. The counter then showed 775 kilometers and an average speed of 97.5 kph.
Gerhard Marzinzik


Saturday, 01. May 2021 Konturenflug in Südengland translate news

Bei diesem Barogramm reibt man sich erst einmal die Augen. Für rund zwei Stunden kriecht der Schrieb nahezu untrennbar übers Gelände. Es ist schon ein tolles Stück, das Roger Barber da am Donnerstag abgeliefert hat. Von den 775 Tageskilometern mit seinem Nimbus 4T hat Roger den morgendlichen Teil im Hangflug zwischen Portmouth und Eastbourne zurückgelegt, oft in nur 50 bis etwas über 150 m Höhe über dem Gelände. Wer die genutzte fast unscheinbare Hügelkette vor der Küste Südenglands als Hangfluggelände erkennen will, der muss schon sehr genau hinsehen.
Seine größte Höhe erreichte Roger Barber für lange Zeit allein mit dem Start im Segelflugzentrum Lasham: 1500 Meter. Das reichte, um den Höhenzug im Süden zu erreichen. Roger: „Die Hügelkette funktionierte sogar besser als erwartet und länger als vorhergesagt. Denn eigentlich sollte der Wind schon am späten Vormittag abklingen.“ Danach hätte Roger fast aufgegeben: „Nach Westen sah es gar nicht gut aus.“ Aber es ging dann sogar gut, und am Ende stellte es auch kein Problem mehr dar, wieder nach Lasham zurückzufliegen. Auf dem Zähler standen dann 775 Kilometer und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 97,5 km/h.
Gerhard Marzinzik


Monday, 03. August 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 01./02.8. (Runde 10) translate news

Satelliten-Animation des
Samstag-Nachmittags.
Ein schneller Samstag-Nachmittag über dem Kamm des Thüringer Waldes ...
Samstag: Das Satellitenbild des frühen Nachmittags zeigt die Situation recht eindeutig: Von der Elbmündung bis hinunter in die Pfalz liegt eine Zone kräftiger Bewölkung. Diese gehört zu einer Konvergenzlinie, die sich im Vorfeld einer Kaltfront gebildet hatte und langsam von West nach Ost zog. Sie bestand aus einer bunten Mischung aus Abschirmungen und Ausbreitungen, teilweise garniert mit Schauern.
Vor dieser Linie lag eine sehr warme, um nicht zu sagen "heiße" Luftmasse. Und die hatte es im wahrsten Sinne des Wortes "in sich". Es dauerte zwar, bis sie endlich gut nutzbare Thermik erzeugte, mit der leichten Labilisierung aber kochte die Atmosphäre dann am Nachmittag immer stärker, um letztlich vor allem über der Alb dann auch überzukochen.
Herausragend - und das deutet das Satellitenbild durch eine Linie von Cumuli nur an - war die Linie zwischen Frankenwald und Thüringer Wald.
Deshalb ein bisschen Chronologie aus den Satellitenbildern des Samstag-Nachmittags:
11UTC: Man sieht man die ersten zarten Quellungen etwas nördlich des Hauptkamms
12UTC: Der nördliche Bereich des Thüringer Waldes ist gut entwickelt, im Vorfeld der Konvergenz tauchen erste Cirren auf
13UTC: Der nördliche und zentrale Thüringer Wald sind kräftig entwickelt, wen kümmern da die Cirren?
14UTC: Im Vorfeld der Konvergenz entwickelt es auch vor dem Kamm, über dem eine Linie steht, die (mit ein paar Lücken) bis an den Frankenwald reicht
15UTC: Kräftige Entwicklungen über Frankenwald und Thüringer Wald
16UTC: Kurz vor Erreichen der Konvergenz erste, kräftige Überentwicklungen. Die linienhafte Struktur geht verloren
In der Summe würde man daraus schlussfolgern: Die Zeit von 13UTC bis 15UTC war die der besten Entwicklungen – und die Flugspuren lassen diese Linie ja auch mehr als erahnen...
Sonntag:
Ein eher chaotisches Himmelsbild zeigte sich dann am Sonntag: Die Konvergenz war inzwischen nach Osten abgezogen und die eigentliche Kaltfront lag relativ unstrukturiert in einen breiten Streifen von der Ostsee bis hinunter in den Südwesten Deutschlands.
Rückseitig zeigte sich aber doch noch ein offener Streifen, der mit dem System von West nach Ost zog. Am besten entwickelt war es zwischen Eifel und Pfalz, nach Norden hin erstrecken sich die Quellugen bis in die Heide -, aber es zogen auch abschirmende Cirren darüber. An der Grenze zu den Niederlanden taucht zur selben Zeit bereits eine neue Konvergenzlinie auf, die den Thermiktag von Nordwesten her frühzeitig beendete. Da diese zweite Linie schneller war, als die vorlaufende Front, schloss sich die Lücke langsam - auch hier war also das richtige Timing gefragt.
Die Flugspuren zeigen dann auch, dass aus dem offenen Bereich im Südwesten die meisten Flüge gemeldet wurden.
Wer hat was draus gemacht?
Legt man die Flugspurenkarte von Samstag und Sonntag zusammen, sollte sich ein (fast) vollständiges Bild ergeben. Und auch der Blick in die Wertungslisten zeigt, dass über beide Bundesligen hinweg 50 von 60 Teams Punkte am kompletten Wochenende erfliegen konnten.
Keine Frage, die Top-Region der 10. Runde lag natürlich über dem Thüringer Wald und so wundert es nicht, dass sich die Teams vorne platzieren konnten, die den Kamm direkt zumindest in der Nähe ihrer Haustüre liegen haben. Man könnte natürlich den einen oder anderen Flug herausheben, so wie den von Maximilian Dorsch, der (mal wieder) zu den schnellsten Ligapiloten gehörte und satte 148 Speed-Punkte mit einer LS4 erfliegt (153,55km/h). Serena und Claus Triebel schaffen den absolut schnellsten Schnitt (159,16km/h), Wolfgang Clas (159,07km/h) ist kaum langsamer. Überhaupt fliegen die Top 10 des Speed-OLC einen Schnitt von über 150km/h!
Aber was fällt sonst noch auf? Ohne explizit in die Flüge zu schauen hätte ich gedacht, dass - wie bei vielen anderen, sehr schnellen Ligaflügen - der Kurbelanteil nahe 0 sein dürfte. Tatsächlich liegt er bei bis zu (oder sogar knapp mehr) als 10%. Lediglich Wolfgang Clas - der im Vergleich zu den anderen Top10 über die größte Spannweite verfügt haben dürfte - blieb bei unter 3%. Hier wäre bei Gelegenheit mal ein Vergleich mit den schnellen Flügen unter den Wolkenstraßen im Norden interessant…
Was allen Flügen gemeinsam ist - und das war nach der Satellitenchronologie zu erwarten - sie nutzen jeweils die beste Zeit zwischen ca. 13:00UTC und 15:30UTC aus.
Dass die Luftmasse brauchte, damit die zu kochen begann, zeigen 3 Flüge exemplarisch: Maximilian Dorsch, der sich gute 1,5h von Bamberg aus bis an den Frankenwald vorkämpfte, um dann nach einen Basissprung von gut 1000m seine LS4 an Rennen brachte. Edith Mehler und Helmut Joost, die von Erbendof aus nicht nur über die 4 Liga-Schenkel flogen, sondern über 6 Schenkel im OLC-Plus am Ende auf 716km kommen - und damit fast den weitesten Flug des Samstags schafften, und das bei einem Start gegen 13:30 MESZ wohlgemerkt. Weiter flog am dem Tag nur noch Thomas Wolf, der von Königsdorf aus 757km erreichte. Dass auch die Alpen ein gutes Revier waren, zeigt außerdem der punkthöchste Flug: Jan Lyczywek flog von Unterwössen aus zwar "nur" 523km - aber bei fast 500km FAI und das Ganze mit einer K6 gibt es verdientermassen auch reichlich Punkte - 819, um genau zu sein. Die Auswirkungen der kochenden Luftmasse schildert Tobias Pachowsky in seinem Kommentar mit der Grenzerfahrung zwischen hoher Basis und beginnender Gewittertätigkeit sehr eindrücklich. Er war übrigens mit 126,3 Speed-Punkten (133,88km/h) der punkt-schnellste Pilot am Samstag, der NICHT über dem Thüringer Wald unterwegs war. Aber selbst bei der absoluten Geschwindigkeit muss man noch ein Stück tiefer als Rang 20 gucken: Matthias Schunk schafft 141,98km/h in den Alpen.
Die Runde entscheidet in der Bundesliga am Ende Bayreuth (410 Speed-Punkte) für sich, denn neben Wolfgang Clas sind auch Sebastian Baier sowie Daniela Baier & Mathias Mühlbacher unter den Schnellsten dieser Runde. Knapp dahinter liegt Bamberg (404 Speed-Punkte), dicht gefolgt von der SFG Steinwald (402 Speed-Punkte).   
Aber neben den schnellen Flügen, der bislang schnellsten Runde dieser Saison und der Dominanz der Vereine aus dem Südosten interessiert natürlich 3 Runden vor Schluss immer brennender die Frage: "was machen die Spitzengruppen" der beiden Ligen?
Der FSC Walldürn schafft in der Bundesliga einen deutlichen Sprung in der Tabelle nach vorne: Mit Rundenplatz 4 (380 Speed-Punkte) lassen sie aufhorchen. Der Blick in die Flüge offenbart: Wie schon in den Vorjahren verbringen die Walldürner ihre Ferien in Erbendorf und waren diesmal genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle.
Ganz vorne, wo die FG Wolf-Hirth der ärgste Verfolger der führenden Rintelner ist, gab es in dieser Runde ein Patt, denn die Rintelner (17. Platz, 4 Punkte) schafften es am Sonntag noch, 2 weitere Flüge nachzulegen und in der Rundenwertung auf die FG Wolf Hirth (16. Platz, 5 Punkte) aufzuschließen. Die Niedersachsen führen damit die Bundesliga weiter souverän an (148 Punkte) und haben weiterhin ein komfortables Polster von 27 Punkten auf die an 2. Stelle liegende FG Wolf Hirth (121 Punkte). Dahinter wird es etwas knapper, es folgen Walldürn (112) vor Winzeln (110) und Donauwörth (104).
Die 2. Liga entschied mehr als souverän das SFZ Ottengrüner Heide für sich. Neben Serena & Claus Triebel steuern Hanns-Günther Bauer und Christian Riedl ihre Punkte bei (insgesamt 417 Speed-Punkte), die letztlich einen Vorsprung von fast 70 Punkten zum zweitplatzierten FC Eichstätt (349) bedeuten, gefolgt vom AC Weiden (315). In der Gesamtwertung kann Blaubeuren durch einen guten 6. Rundenplatz die Führung bei 149 Punkten weiter ausbauen, während sich dahinter Laichingen (126) und Hofgeismar (122) ein spannendes Duell um Platz 2 liefern.
Noch sind in den 3 letzten Runden 60 Punkte zu vergeben, und das einzig sichere ist, dass Blaubeuren mit 65 Punkten Vorsprung auf Rang 8 bereits jetzt in die 1. Liga aufgestiegen ist. Der Rest ist und bleibt noch offen und nach einer erneut heißen Woche wird es zur Runde 11 kommt die Atmosphäre wieder ans Kochen ...
 
Bernd Fischer
 
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Friday, 31. July 2020 DWD-Wetterprognose zur Segelflug-BUNDESLIGA Runde translate news

herausgegeben am 31.07.2020 um 14.00 Uhr GZ
Am SAMSTAGmorgen ist vorderseitig eines von Westen aufziehenden Trogs, der sich von Island bis nach Spanien erstreckt, eine Tiefdruckrinne mit feuchtheißer und hochreichend labiler Luft aufgezogen. Diese verlagert sich im Tagesverlauf ostwärts bis etwa in die Mitte Deutschlands. Der Osten verbleibt indes noch unter
Hochdruckeinfluss in der trockenen und stabil geschichteten Luftmasse. Rückseitig der Tiefdruckrinne fließt im Nordwesten ebenfalls wieder trockenere und stabilere, aber deutlich kühlere Luft ein.
Am SONNTAGmorgen liegt ausgehend von einem Tief über dem Nordmeer eine Kaltfront etwa entlang einer Linie Hamburg-Saarland. Diese kommt im Tagesverlauf ostwärts voran und reicht am Abend von Rügen bis zum Schwarzwald, wo sie stationär liegen bleibt. Vorderseitig ist die hochreichend labile, feucht und sehr warmen Luftmasse wetterbestimmend. Rückseitig fließt mit westlicher Strömung kühlere Luft ein, die durch einen Höhentrog angefeuchtet und leicht labilisiert wird. Ab dem Nachmittag sorgt Zwischenhocheinfluss über dem Ärmelkanal im Nordwesten Deutschlands für Absinken und Wetterberuhigung.
SEGELFLUGPROGNOSEN:
Bereich Nord (GAFOR-Gebiete 00 bis 23 und 31 bis 36)
Am SAMSTAG überwiegend mäßige und blaue Warmluftthermik. Im Westen  durch Wolkenfelder/Überentwicklungen gestört. Im weiteren Tagesverlauf vermehrt Schauer und Gewitter samt lokaler Unwetter denkbar. Richtung Niederlande zum Nachmittag möglicherweise noch nutzbare CU-Thermik.
Am SONNTAG und MONTAG ist in einem Streifen von NRW über das mittlere Niedersachsen bis in das südöstliche S-H und Mecklenburg recht gute CU-Thermik mit CU-Basen von 1300-1600 m möglich. Örtlich ein verzögerter Thermikbeginn, lokal schwache Überentwicklungen. Jeweils südöstlich und nordwestlich der genannten Zone neigt es vermehrt zu abschirmenden Wolkenfeldern und/oder stärkeren Überentwicklungen.
Bereich Mitte (GAFOR-Gebiete 24 bis 28 sowie 37 bis 64)
Am SAMSTAG bildet sich mäßige bis gute Thermik, die von Westen her zunehmend durch Abschirmung gedämpft und durch Überentwicklungen gestört wird.
Am SONNTAG kann sich im Nordwesten geringe bis mäßige Wolkenthermik bilden, die durch Abschirmung gehemmt wird. Im restlichen Gebiet wird bei Abschirmung und Überentwicklungen keine nutzbare Thermik erwartet.
Bereich Süd (Alpen und das Alpenvorland (GAFOR-Gebiete 71 bis 84 sowie angrenzende Alpenländer)
Am SAMSTAG bis zum Mittag unter einer tiefen Absinkinversion meist nur geringe Blauthermik oder keine nutzbare Thermik. Am Nachmittag teils mäßige Wolkenthermik, die von Westen her durch aufziehende mittelhohe Wolken und teils kräftigen Überentwicklungen zunehmend gestört wird.
Am SONNTAG verbreitet schauerartige Niederschläge, teils gewittrig, keine nutzbare Thermik.
 
Weitere Informationen zum Deutschen Wetterdienst (DWD) und seinen Dienstleistungen finden sich hier.

 


Thursday, 30. July 2020 Top 10 im Alleingang: U25 Piloten unter den Schnellsten translate news

Die vergangene Runde wurde von den Junioren aus Homberg/Ohm dominiert. Simon Briel und Christian Lampert waren nördlich der Rhön und entlang des Thüringer Waldes unterwegs. Platz zwei belegten diese Runde Philipp Lauer und Dominik Biesenecker vom AC Lichtenfels, die sich im westlichen Oberfranken ihre Speedpunkte abholten. Gefolgt von Lukas Brune und Leon Bohnenkamp aus Oerlinghausen auf Platz drei, die südlich Bielefeld und Münster im Jojo auf Punktejagd gingen.
Diese bereits neunte Runde der verkürzten Coronasaison war von einem Zwischenhoch am Samstag geprägt. Auf der Schwäbischen Alb bildeten sich immer wieder Aufreihungen und teils starke Bärte jenseits der fünf Meter.
So nutze Tobias Pachowsky, der schnellste Junior an diesem Wochenende, geschickt die Aufreihungen auf Alb und dem Altmühltal und legte einen sagenhaften 127,61 Punkte Flug auf einem gut gefülltem Discus 2a hin. Da jedoch der zweite Junior aus seinem Verein fehlte, brachte ihm dieser Flug nur den Rundenplatz neun und somit 42 Punkte für den FC Eichstätt.
Er freute sich jedoch sicher über den Drittschnellsten Flug Deutschlands an diesem Tag. Ebenso fehlten Simon Schröder (Bad Wörishofen) mit 126,36 Punkten auf Platz zehn und Lukas Esser vom FSV Sinderfingen mit 125 Punkten auf Platz elf die zweite Frau bzw. der zweite Mann.
Eric Schneider von der FSG Hammerburg konnte sich erneut über den Flug von Peter Wagner freuen, mit dem sie Rundenplatz vier und somit die Tabellenführung weiterhin behaupten können. Jedoch haben die Oerlinghausener einen Punkt gut gemacht und Hammelburg hat nur eine knappe Führung von 5 Punkten.
So bleibt es 4 Runden vor Saisonende spannend um die Liga und es wird sicher noch den ein oder anderen Wechsel an der Tabellenspitze geben, da noch einige Vereine auf Schlagdistanz zum Titel sind.
 
Martin Söll (OLC-Redaktion)
 
Am Abend reihten sich die Wolken auf.
Aufreihungen auf der
Schwäbischen Alb (Foto: Dirk Ströbl).
Perfektes Speed-Jojo
von Tobias Pachowsky am Samstag
 

Tuesday, 28. July 2020 FLG Piloten in der falschen Liga translate news

„Langsam wird’s peinlich“, so Philipp Söll nach seinem Bundesligaflug am Samstag. Gemeint hatte er damit erneut seine Streckenwahl im Jojo auf der Schwäbischen Alb. Da dies jedoch die thermisch aktivste Ecke in Süddeutschland war, musste er seine speed für die Ligapunkte erneut hier holen.

Morgens schnell noch Wasserballast getankt, ging es für Ihn und Dirk Ströbl zunächst gar nicht gut los. An einer Schauerlinie bei Ehingen abgeprallt waren sie kurz nach ihrem Start bereits tief über dem Blaubeurer Teilort Asch zu sehen und suchten einen passenden Aufwind. Nachdem sie einen starken Bart, wie die Aufwinde in der Fliegersprache genannte werden, gefunden hatten hieß es Knüppel nach vorne. Mit einem Kreisfluganteil von 8 % ging es für die beiden die nächsten 150 Minuten flott zwischen 1500 m und 2300 m auf der Alb voran. In Summe flogen sie in 4 Stunden über 600 Kilometer weit.
Bereits vor Ihnen gestartet flog derweil der Blaubeurer Vereinsdoppelsitzer Arcus mit Joachim Krais und seinem Vater Heinrich Richtung Westen. Sie hatten das Ziel Genf zu sehen, was sie auch schafften. Lediglich am Einstieg in den Schweizer Jura hatten sie kurz Probleme, verloren an Höhe und kamen tief. Doch der routinierte Bergflieger Krais konnte geschickt die Aufwinde nutzen um wieder an Höhe zu gewinnen. Am Ende kam eine Wertungsdistanz von über 724 Kilometer zusammen.
Zu Hause am Heimatflugplatz landeten derweil Ströbl und Söll zwischen den holländischen Fluglagergästen vom AC Nistelrode. Da der Sonntag nur schwache Thermik brachte, die durch lebhaften Westwind vertrieben wurde, stand bereits am Samstag die Wertung der FLG. Mit sagenhaften 143 km/h über die Wertungszeit holten Philipp Söll und Dirk Ströbl nicht nur den schnellsten Schnitt des Tages, sondern auch die Plätze zwei und drei in der diesjährigen Speed Wertung in Baden-Württemberg. Zusammen mit dem Flug von Joachim Krais von 115,53 km/h reichte dies mit über 40 Punkten Vorsprung bereits zum Dritten Rundensieg in dieser Saison.
Sogar der schnellste Verein der ersten Liga war über 20 Punkte langsamer als die Blaubeurer. In der Tabelle haben die Blaubeurer mit 19 Punkten beinahe eine Runde Vorsprung vor dem LSV Hofgeismar, der am Sonntag den FSV Laichingen auf den Dritten Tabellenplatz verbannte.
Die letzten vier Runden wollen die Blaubeurer nochmal alles geben um die Tabellenführung bis zum Ende der Saison zu behaupten. In der weltweiten Liga Betrachtung liegen die Blaubeurer in dieser coronabedingten verkürzten Saison auf dem sechsten Platz der 983 Segelflug Vereine weltweit.
 
M.Söll
 
Bereits am Morgen eine
gute Optik nach Westen.
Philipp Söll kurz vor seinem Start.
Die schnellsten Segelflugpiloten
Deutschlands Dirk Ströbl und Philipp Söll.

 


Monday, 27. July 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 25./26.7. (Runde 9) translate news

Auch wenn das Wetter für die meisten in dieser 9. Runde nur einen fliegbaren Tag brachte, konnten sich (fast) alle Teams der 1. und 2. Liga in die Wertungslisten eintragen - wenn auch unter deutlich unterscheidlichen Wettervorzeichen und -bedingungen. Der Schwerpunkt lag erneut eher in der Südhälfte, was aber einige Teams aus dem Norden und Osten nicht davon abgehalten hat, gute Ergebnisse zu erfliegen. Vor allem im Mittelfeld der Rundenwertung ging es relativ eng zu. Wenige Speed-Punkte entschieden hier über die Platzierung - und damit auch über die Punkte. Da wir uns bereits im letzten Drittel der Liga-Saison befinden, werden die zunehmend wichtiger - an beiden Enden der Tabellen.
Samstag:
Der Samstag war geprägt von einem schwachen Zwischenhoch, dass sich zwischen einem abziehenden Trog über dem Balkan und einem heranziehenden Trog über den britischen Inseln aufbauen konnte. Die Vorgeschichte des Satellitenbildes von 12UTC (14MESZ) begann morgens mit Abschirmungen sowohl östlich von Elbe und Saale als auf westlich des Rheins. Der Süden startete - vom äußersten Südosten mal angesehen - relativ ungestört in den Tag. Schon früh zeigten sich dann die ersten Quellungen über dem Schwarzwald und der Alb, die dann in einem ersten Schub hochkochten, um danach aber wieder durch den schwachen Hochdruckeinfluss gedeckelt zu werden. Zum Nachmittag wurde die Entwicklung dann wieder etwas stärker und mündete letzlich in einer lange anhaltenden Konvergenz, die sich vor allem über der Fränkische Alb erstreckte.
Auch im Rest ging es in allen Stockwerken sehr dynamisch zu. Die Ausbreitungen im Südosten zogen ostwärts, ebenso wie die sich auflösenden Feuchtefelder im Nordosten. Dafür breiteten sich vom Rhein her die Abschirmungen weiter nach Osten aus und selbst der Schwarzwald bekam zum Thermikende noch einen Cirren-Schirm verpasst, der wenige Stunden zuvor noch über der Biskaya lag.
Die Flugspuren zeigen, dass nach Norden - vor allem nach Nordwesten - hin, das Wetter wenig Nutzbares zugelassen hat, während vor allem die Rennstrecken im Süden gut frequentiert waren. Das richtige Timing und Planung waren dennoch auch dort nötig, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.
Sonntag:
Die Geschichte des Sonntags ist anhand des Satellitenbildes und der Flugspuren schnell erzählt: Die Kaltfront, die im Laufe der Nacht im Westen angekommen war, zog - getrieben durch den kräftigen Wind - zügig ostwärts und hatte zum 12UTC-Termin schon fast die Oder erreicht und den Süden bereits gequert. Die rückseitig einfliessende Kaltluft war noch labil, was u.a. die Wolkenstrukturen zwischen Weser und Elbe, aber auch Richtung Franken, zeigen.
Von Westen her wurde es etwas stabiler und die Cumuli formierten sich im Wind zu schönen Strassen. Die Chance auf einen Sonntagsausflug nutzen nicht viele, auf die Rundenwertung hatten die Flüge aber leztlich einen durchaus bemerkenswerten Einfluss.
Aber dazu gleich mehr ...
Wer hat was draus gemacht?
Am Samstag war sicher Aalen einer der Haupt-Ausgangspunkte, sowohl für die Liga als auch für die lange Strecke (die mal wieder ganz gut zu kombinieren waren). Im Rahmen des Trainingscamps der Damen-Nationalmannschaft konnten nicht nur die Teilnehmerinnen und Organisatoren sich in den Listen des OLC-Plus und des Speed-OLC eintragen. Interessant ist, in welcher Form und vor allem zu welcher Zeit die Reihungen der Alb genutzt wurden. Gerrit Illenberger schaffte den punkthöchtsen Flug mit 1013km und 1142 Punkten und nutzte vor allem für seine Speed (133km/h) die abendliche Konvergenz.
Simon Schröder und Tobias Pachowsky waren dagegen waren - als schnellste Junioren - eher am (frühen) Nachmittag über der Alb unterwegs. Was den absoluten Schnitt angeht, war Erwin Ziegler nicht zu schlagen, der seine Speed ebenfalls von Aalen aus über der Alb machte und die 149km/h in einen Flug über knapp 1045km einbettete. Indexkorrigiert die Schnellsten waren aber eindeutig Dirk Ströbl und Philipp Söll, die von Blaubeuren aus im Team vor allem über der Schwäbischen Alb unterwegs waren und mit jeweils rund 135 Speed-Punkten die Liste der schnellsten Flüge unangefochten anführen. Unterstützt von Joachim & Heinrich Krais hatte Blaubeuren damit die Spitze der 2. Liga bereits am Samstag erobert. Ihre 374,35 Speed-Punkte hätten auch im Oberhaus für einen mehr als souveränen Rundensieg gereicht. Auf Rang 2 folge der FSV Sindelfingen, angeführt von Lukas Esser. Gute 334,49 Speed-Punkte bedeuten zwar einen Rückstand von fast 40km/h, aber trotzdem gehen 19 Punkte nach Deckenpfronn.
Während Blaubeuren schon am Samstag durch den dritten Rundensieg entspannt dem Sonntag entegegen sehen konnte und seine Spitzenposition damit weiter zementiert, dürfte in Hofgeismar noch keine Entspannung geherrscht haben. Nur 2 Flüge standen für den Tabellen-Zweiten bis dato in der Wertung und der 1 Punkt hätte einen deutlichen Rückschlag für die Aufstiegs-Ambitionen der Hessen bedeutet. Aber Der Dingel sollte am Sonntag noch rechtzeitig auf die Rückseite der Front kommen, so dass Christoph Danders & Tamino Köbl unter den Reihungen noch auf knapp 134km/h (121.18 Punkte) kamen. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den beiden längeren Schenkeln ihres Fluges nach Westen: Gegen den Wind  mussten sie 3x kurbeln, um einen Schnitt von 108mk/h zu erreichen. Mit dem Wind und nur 1x Kurbeln ging es dann zurück - mit 159km/h. Hofgeismar flog damit noch auf Rundenplatz 3 vor. Sie verteidigen damit Gesamtrang 2 (115 Punkte), Laichingen (113 Punkte) bleibt aber fast gleichauf. An der Spitze der 2. Liga kann Blaubeuren (134 Punkte) seinen Vorsprung weiter ausbauen und liegt nun bereits fast 20 Punkte in Führung.
Eine ähnliche Geschichte spielte sich auch in der 1. Liga ab: Hier hatte nach dem Samstag Aalen unangefochten die Nase vorne, denn zu dem (bereits erwähnten Flug) von Erwin Ziegler kamm noch schnelle Alb-Flüge von Johannes Böckler und Bernd Schmid hinzu (der ebenfalls die späte Konvergenz für seine Speed nutze). Immerhin gute 10 Speed-Punkte lagen sie vor Donauwörth, Schwäbisch Gmünd nochmal knapp dahinter. Liag-Primus Rinteln hatte bis dahin "nur" 320 Speed-Punkte erflogen, zu denen vor allem auch Chrissi Grote ihren Flug von Aalen aus beigesteuert hatte (auch da war was mit der Konvergenz). Die weiteren Punkte kamen von Reinhard Schramme & Rolf Bödecker sowie Michael Sasse und Stephan Beck, die am Samstag von Rinteln aus die Hänge nutzten. Beide Teams hatten wohl aber auch die Rückseite am Sonntag auf dem Plan: Bei den schnellsten Flügen vom Sonntag landen sie neben Christoph Danders ganz vorne. Um die führenden Aalener abzufangen reichte es um ein gutes km/h nicht mehr, aber sie konnten sich noch bis auf Rundenplatz 2 vorschieben.
Donauwörth (98 Punkte) kann in der aktuellen Gesamtwertung einen Sprung von Rang 6 auf 4 nach vorne machen und liegt nun nur noch ganz knapp hinter dem LSV Schwarzwald (99 Punkte). Die Spitzenplätze haben weiter die FG Wolf Hirth (116 Punkte) und Titelverteidiger Rinteln (144 Punkte) inne. Die Niedersachsen können 4 Runden vor dem Ende ihren Vorprung nochmals ausbauen und setzen damit ein klares Zeichen in Richtung Titelgewinn.
Aber noch sind 80 Punkte zu vergeben und damit weiter alles offen. Nach einer nun kommenden Sommerwoche sehen die ersten Prognosen zur 10. Runde wieder 2 Luftmassen an 2 Tagen - es bleibt also spannend, wer was draus macht ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
OLC Flugspuren Alpen
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Meteosat 8: Der Sonntag ...
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Friday, 24. July 2020 U25: Verdienter Wechsel an der Tabellenspitze translate news

Die siebte Runde der U25 Liga wurde von den Königsdörfern dominiert, die Ihren Startplatz nach Donauwörth an den Stillberghof verlegten. Jakob Edmaier holte dabei seinen Schnitt von 115 Punkten in einem 925 km Alb / Schwarzwald Jojo. Der zweite Königsdörfer Johannes Beyer holte seine 111 Punkte in einem 938 km Dreieck auf dem Schenkel Thüringer und Bayerischer Wald. In freier OLC Plus Strecke wurden es noch beachtliche 1006 km. Dies war an diesem Ausnahmesonntag jedoch keine Seltenheit, so war es klar das der OLC LS 8 neo Pilot Eric Schneider auch alles dafür zu tun würde um Ligapunkte zu holen. In einem 956 km Flug holte er bereits am Samstag 112 Punkte, doch die Wettervorhersage für Sonntag versprach noch mehr. Mit seinem Platz sechs im Deutschen OLC Streckenrekord über 1116 km holte er 115 Punkte für die Liga. Doch da so ein Ausnahmepilot ohne einen zweiten Piloten aus seinem Verein in der Ligawartung nichts bringt war er sicherlich froh, dass sein Vereinskamerad Peter Wagner noch 107 für den Rundenplatz 2 beisteuerte. Den Dritten Platz in Runde 7 holten sich die Jungs vom FSV Laichingen. In Jojoflüge über 784 km und 985 km eingebettet holten Kevin Schmidt 111 und Sebastian Klein 109 Punkte für den FSV. An der Tabellenspitze hat sich bis dahin nichts geändert. Immer noch war Oerlinghausen vor Hammelburg und Homberg/Ohm.
Dann kam die Runde 8 und mit ihr die Schröders. Simon flog auf einer ASG 29 über Alb, Schwarzwald bis ins Jura und mit einem Abstecher in den Nordschwarzwald wieder zurück nach Bad Wörishofen. Dies brachte ihm mit 128,65 Punkten den schnellsten Schnitt an diesem Tag, sogar noch vor Mario Kiessling mit 127,50 Punkten. Aber da auch er nicht allein Punkten kann war er froh, dass seine Schwester Eva mit der LS 8/18 auf der Alb beachtliche 102,65 Punkte ablieferte. An zweiter Stelle kam schon wieder Hammelburg. Nachdem Eric Schneider am Samstag noch beim Grenzlandcup am Niederrhein sein Können im Zentralen Wettbewerb zeigte, flog er bereits am Sonntag schon wieder ab Hammelburg und holte mit der OLC LS 8 neo 113 starke Punkte im Thüringer Wald und zusammen mit seinem Vereinskollegen Peter Wagner mit 95 Punkten den Zweiten Platz. Den Dritten Platz holten sich die Königsdörfer mit Johannes Beyer 111 und Noklai Wolf 85 Punkte. Somit lösen die Hammelburger die FG Oerlinghausen ab und setzten sich verdient an die Tabellenspitze. Die Halbzeit dieser Ligasaison ist schon rum und wir sind auf die kommenden letzen sechs Runden gespannt.
 
Martin Söll (OLC-Redaktion)
 
Herrliche Aussichten am
Tauserdertag 12.7. im Schwarzwald.
Laichinger Junioren auf Punktejagd.
Steigwerte über 5 Meter waren
keine Seltenheit an diesem
Ausnahmesonntag (12.7.)

 


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