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Tuesday, 09. June 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 6./7.6. (Runde 2) translate news

Bislang zeigt die Saison einen steten Wechsel zwischen sehr guten und nur sehr eingeschränkt fliegbaren Wochenenden. Soweit ist das erstmal nicht ungewöhnlich, noch sind wir ja im Frühsommer und damit ist die Chance, dass uns kühle und vor allem feuchte Luftmassen heimsuchen, immer noch gegeben. So auch in der Runde 2 der 2020-er Liga, die durch Kaltluft geprägt war.
Samstag:
Eingeflossen war diese bereits am Freitag. Im Satellitenbild vom Samstag um 12UTC (14MESZ) erkennt man noch die wenig strukturierte und wellende Kaltfront, die grob auf der Linie Schwarzwald - Erzgebirge liegt. Rückseitig zeigt sich die typische Struktur einer labilen Kaltluft. Durch den Tief-/Trogeinfluss fehlt der Luftmasse das stabilisierende Moment und die sehr aktive Luft entwickelt häufig und kräftig über. Resultat: Unter den dicksten Quellungen schauerte es entsprechend häufig. Ganz markant ist dabei die vom Rhein-Main-Gebiet bis in die Heide liegende Linie, wo sich im Bereich einer Troglinie/Konvergenz das Ganze auch noch als Linie aufgebaut hat, die langsam von West nach Ost zog. Getragen durch den Wind musste also das Timing stimmen, um dieser Linie aus dem Weg zu gehen ... Die Luftmasse bot dafür aber auch einige Möglichkeiten, denn dige Kaltluftadvektion sorgte sowohl für einen frühen Thermikbeginn als auch ein spätes Ende. Dazu kam der Wind aus Südwesten mit einer Stärke, die auch die Hänge des Wiehengebirges als Option anbot. Ein erster Blick in die Flugspuren zeigt das auch, ansonsten ging es - ligatypisch - mit/gegen den Wind ...
Sonntag:
Das steuernde Tief dreht genau über der Deutschen Bucht (bis Dienstag-Abend besteht noch die Gelegenheit, sich im Archiv des TopMeteo-Webshops die Bilder alsw Animation anzugucken - lohnenswert, denn hier zeigt die Meteorologie auch mal wieder ihre ästhetische Seite). Zwischen der aus Nordwesten nachfliessenden Okklusion, die sich ähnlich labil wie am Vortag zeigt, und der wellenden Front im Südosten liegt eine unter dichten Cirren ein kaum erkennbare Lücke von der Eifel/Pfalz bis hoch nach Rügen. Während Abschirmungen im Südosten und Labilität im Nordwesten die fliegerischen Möglichkeiten stark einschränkten, konnte man die (noch gute) Kaltluft nutzen. Die Luftmasse hatte genug Potential, trotz der Abschirmungen zu funktionieren, die wiederum ein Überentwickeln verhinderten.
Die Flugspuren verzeichnen dann auch die meisten Strecken innerhalb dieser Lücke, wobei sie sich meist auf eine Region beschränken - nur ein einziger langer Track verbindet die Mitte mit dem Nordosten und zeigt, was möglich war. Aber dazu unten mehr ...
Wer hat was draus gemacht?
Nach der Prognose für Samstag war klar, dass die Liga auch am Hang spielen dürfte. Ein Blick in die abendliche Zwischenwertung bestätigt das dann: Vorne lagen die Teams, die einen unmittelbaren Zugriff auf das Wiehengebirge hatten. Im direkten Vergleich zwischen Rinteln und Bückeburg fällt auf, dass die nördlich des Hang gelegenen Bückeburger ihre Flüge deutlich früher an den Start und auch ins Ziel brachten, als die Nachbarn von der Südseite. Vor der durchgehenden Schauerlinie konnte hier die Wertungsdauer damit effektiver ausgenutzt werden. Häufig beobachtet man nach dem Durchgang von Schauern, dass der Wind etwas nachlässt. Das kann der Grund dafür sein, dass die Rintelner Flüge am Nachmittag nicht mehr das Speed-Niveau erreichten, wie die etwas schnelleren Flüge aus Bückeburg am frühen Morgen. Für die Niedersachsen reichte es jeweils zur Führung in beiden Ligen: Rinteln lag mit knapp 240 Speed-Punkten an der Spitze der 1. Liga, Bückeburg führte die 2. Liga mit knapp 270 Punkten auf dem Konto an.
Ansonsten hatten noch nicht viele Flüge den Wert in die Listen gefunden, gerade einmal 15 Teams hatten es zu Wertungen gebracht - über beide Ligen hinweg betrachtet. Und auch in der Quali-Liga lag mit der Fluggruppe JG 71, die sonst von Wittmundhafen aus unterwegs sind, ein Team vorne, die die schnellen Hänge nutzte.
Aber eine Liga-Runde umfasst ja auch noch den Sonntag: Der bot ebenfalls die Möglichkeiten, noch die Hänge zu schrubben und so legten alle Teams nochmal nach. Und es wurde eine höchste spannende und enge Runde: Es war klar, dass die Gesamtpunkte sich eher im Niveau unter 300 Punkten bewegen würden - und dann kann es auf die letzten Zehntel ankommen. Während Rinteln und Oerlinghausen jeweils am Hang nachlegten und ihr Punktekonto auf 291 bzw. 299 hochschraubten, konnte der FV Celle das Feld komplett von hinten aufrollen. Christian Schneiders und Nico Meißner flogen von Celle aus den Linien folgend Richtung Schwerin und machten ihre Speed bei einem "doppelten Jojo", wobei sie es schafften, die beiden Gegenwindanteile der reinen Lehre folgend zwar mit Höhenverlust aber dennoch kreisfrei zurückzulegen. Am Ende gab aber auch der Flug von Leif Eichhorn mit den Ausschlag, denn trotz offensichtlicher Mühen zu Beginn konnte er noch eine Speed von 96km/h ins Ziel bringen, auch wenn er die Wertungszeit nicht voll ausschöpfte. Aber es reichte, um mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die Konkurrenz aus Rinteln um 0,12 km/h auf den zweiten Platz zu verdrängen.
In der 2. Liga konnte Bückeburg die Verfolger auf Distanz halten. Auch hier führte die Mannschaftsleistung mit 3 fast gleich schnellen Flügen zum Erfolg.
Die schnellsten Flüge der Ligen fanden dennoch nicht am Hang statt: In der schmalen Lücke am Sonntag fanden von Anspach/Taunus Jan Omsels und Steffen Göttler im Team einen sehr schnellen Streifen zwischen Eifel und Knüllgebirge (109/104 Punkte) wodurch sich die Hessen in der Rundenwertung hinter Bückeburg und Fallersleben einordnen konnten.
Beide markierten damit das südwestliche Ende der Lücke. Wie gut die Bedingungen am anderen Ende ganz im Nordosten waren, zeigte Bernd Goretzki, der unter den Cirren kurz vor Rostock eine Wolkenbasis von fast 2000m vorfand. Dass sich diese Fluggebiete miteinander verbinden ließen, machte Felipe Levin deutlich: Vom heimischen Homberg/Ohm ging es mit Rückenwind weit in den Nordosten (sein Track lässt sich in der Karte der Flugspuren ausmachen) über den Harz hinweg bis hinter die Elbe. Die Liga-Wertungszeit endete dann erst auf dem Rückweg auf Höhe Gardelegen - nach 2:30h waren 393km abgespult, mit einem 157er-Schnitt (131 Speed-Punkte). Der Rückweg führte Felipe auf fast identischem Kurs wieder zurück und dann nochmal weiter bis kurz vor Koblenz. Um an einem Tag und in einem Flug Elbe und Rhein zu sehen, mussten es 1.003km werden - die waren offenbar aber auch möglich!
Ob die weitere Woche solche Bedingungen bereithält, wage ich aktuell eher zu bezweifeln. Vieles wird davon abhängen, wohin der Trog abtropfen wird. Wie sich die Bedingungen am Wochenende zeigen, ist daher noch relativ offen - Kaltluft wird aber eher weniger eine Rolle spielen ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
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