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Monday, 22. June 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 20./21.6. (Runde 4) translate news

Nach der eher durchwachsenen Runde 3 konnte das Wetter in Runde 4 wieder zulegen. Leider nicht für alle, denn im Nordosten hielt sich hartnäckig die Front. Der von Westen nachrückende Hochkeil konnte vor allem zum Sonntag dann abwer für weiträumig gute Bedingungen sorgen. Ob der Sonntag aber auch der schnellere Liga-Tag war, zeigt erst der Blick in die Fluganalysen.
Samstag:
Das Satellitenbild von 12 UTC (14 MESZ) zeigt ein eher chaotisches Himmelsbild: Östlich der Elbe liegt die wellende (Warm)Front, die dort fliegerisch wenig bis gar nichts zu bieten hatte. Auch die im Randbereich über die südöstlichen Mittelgebirge ziehenden Cirrenschirme störten die Thermik nachhaltig. Das Bild spiegelt sich dann auch in den Flugspuren wieder: Nur wenigen gelang es, in den kleinen Lücken etwas wertbares zu erreichen oder den Anschluss an das offene Wetter im Westen zu bekommen.
Aber auch hier waren die Bedingungen sehr unterschiedlich: Während südliche von Eifel / Lahn häufige Ausbreitungen und / oder noch Überentwicklungen mit Schauern störten, waren sie direkt im aufbauenden Hochkeil im Nordwesten nahezu ungestört. Auch hier gab es zwar Ausbreitungen, der Wind konnte aber sogar leichte Reihungen generieren - ein Garant für schnelle Liga-Schnitte.
Sonntag:
Wesentlich weiträumiger - wenn auch nicht völlig homogen - zeigt das sonntägliche Satellitenbild (11:45 UTC/13:45 MESZ) die Wettersituation: Die Front im Nordosten war zwar noch nicht ganz abgezogen, hatte sich aber weiter Richtung Oder verlagert. Rückseitig war von Dänemark her eine Zunge sehr trockener Luft eingeflossen, in der die vorherrschende Farbe "Blau" war. Etwa westlich von Weser/Werra - Thüringer Wald - Bayerischer Wald war die Thermik aber fast durchweg gezeichnet. Ein paar Ausbreitungen im Süden und westlich des Rheins waren Hürden, aber keine Hindernisse. Und auch Vorläufer einer neuen, von BeNeLux heranziehenden Front, störten nicht nachhaltig, denn die erste Welle löste sich auf, als sie in die trockene und hochdruckbestimmte Luft einlief. Erst am (späteren) Nachmittag ging es dann erwartungsgemäß zu.
Die Flugspuren zeigen ganz klar die Rennstrecken auf - ob sie aber so schnell oder schneller waren, wie die Linien von Samstag, zeigt die Analyse ...
Wer hat was draus gemacht?
Natürlich war der Sonntag mit über 1400 gemeldeten Flügen der weiträumig bessere Tag des Wochenendes und auch der Tag für die längere bzw. flächigere Strecke. Naturgemäß liegen die Punkte im OLC-Plus vom Sonntag im direkten Vergleich vorne.
Lenkt man den Blick auf den Speed-OLC (und damit auch auf die Ligen), liegt der Sonntag zwar in der "Masse" noch vorne, denn 29 Flüge mit mehr als 100 Speed-Punkten stehen in den Listen. Auch die räumliche Verteilung fällt auf, denn die 100 Punkte konnte man am Sonntag vom Boberg aus genau so knacken, wie von der Hahnweide, von Gardelegen oder von Bamberg aus. Bei den Top-5 ist die Grenze für beide Tage aber unisono bei 110 PUnkten und die beiden schnellsten Flüge der Runde / des Wochenendes entfallen auf den Samstag. Räumlich auf den Nordwesten beschränkt, aber eben dann doch ein Quentchen schneller ...
Die schnellste absolute Geschwindigkeit mit knapp 136km/h flog Michael Möker von Burgdorf aus. Es wurde ein nachmittäglicher Liga-Flug. Die besten Bedingungen ausnutzend ging es ganz Liga-klassisch erst einmal gegen den Wind. Waren in der Wertungszeit auf dem ersten Rückenwindschenkel noch 4 Bärte nötig, konnten die beiden im Gegennwind kreislos zurückgelegt werden. Und auch beim zweiten Mal mit Rückenwind drehte Michael nur ein einziges Mal. Der Flug ist darüber hinaus noch ein gutes Beispiel, was über dem flachen Norden auch bei niedriger Basis möglich ist, denn der Flug fand nahezu konstant im Höhenband um 1000m über GND statt.
Viel höher ging es für Madleen und Frerk Frommholz auch nicht hinaus. Sie flogen von Walsrode direkt mit Rückenwind in Richtung Magdeburg. Auch sie legten ihren Kurs als Jojo an und mussten am Ende sogar über die gesamte Wertungszeit nur drei mal kurbeln. Absolut (131m/h) etwas langsamer als Michael bringt der Index in der Gesamtabrechnung dann doch rund 1,5 Speedpunkte mehr.
Mit Burgdorf und Rinteln hatten damit am Samstag-Abend zwei alte Bekannte die Spitzenplätze der Liga-Zwischenwertung erflogen, in guter Nachbarschaft mit der Nachbarschaft aus dem Norden.
Damit bleibt aber noch die Frage offen, ob der Sonntag mit der in Summe großräumigeren Bedingungen noch genügend Potential zum Aufholen bot: Aus meiner Sicht ist die Frage mit einem klaren "Jein" zu beantworten. Denn Maximilian Dorsch hat von Bamberg aus gezeigt, dass auch an dem Tag über 130km/h (114 Punkte) möglich waren. Sieht man sich die Folge der Satellitenbilder an (die sind im TopMeteo-Webshop noch bis Dienstag verfügbar auch wenn ein paar Bilder durch einen Ausfall fehlen), hat Maximilian genau die richtige Lücke erwischt. Während die stärksten Ausbreitungen nach Süden abzogen, macht er sich mit der "4i" auf den Weg in Richtung des schön gereihten Thüringer Waldes. Als es  von dort wieder anfing auszubreiten, war die Wertungszeit so gut wie durch und er auf dem Weg nach Hause.
Für die Bamberger reichte es damit auf Rang 7 der 1. Liga. Mit der FG Wolf Hirth konnte sogar noch ein Süd-Verein noch aufs Treppchen fliegen, für die Spitzenpositionen reichte es aber nicht mehr. Rinteln, in dieser Runde zweiter, konnte am Sonntag nochmal etwas nachlegen, am Ende reichte es aber nicht, um den Rundensieger Burgdorf abzufangen - auch wenn der Abstand weniger als 1 Punkt betrug! Trotzdem bleibt Rinteln souveräner Tabellenführer (64 Punkte) vor Oerlinghausen (52) und Homberg/Ohm (45).
Nicht ganz so schnell wie in Liga 1 ging es in dieser Runde in Liga 2 zu:  Der LSC Bad Homburg durchbrach als Einziger die 300-Punkte-Grenze und erobert damit die Tabellenführung (57 Punkte) vor Hofgeismar (53) und Bad Wörishofen (50).
Ach so, da war noch was ... letzte Woche hatte ich im Falle von gutem Wetter versprochen, die dazu gehörige Regel zu verraten. Ganz einfach: "Immer, aber auch immer, wenn ich Windendienst habe, ist gutes Wetter!" Stimmt jedes Mal - zumindest gefühlt Auf die Liga wird diese Regel aber keine Auswirkungen (mehr) haben, ich bin erst im September wieder dran.
Ansonsten sorgt die Woche über ein Kaltlufttropfen über der Tschchei für Kopfzerbrechen und zum nächsten Wochenende bricht dann die Warmluft über uns herein - das muss aber nicht unbedingt schlecht sein ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
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