OLC-Magazine... powered by Bürklin


Monday, 27. July 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 25./26.7. (Runde 9) translate news

Auch wenn das Wetter für die meisten in dieser 9. Runde nur einen fliegbaren Tag brachte, konnten sich (fast) alle Teams der 1. und 2. Liga in die Wertungslisten eintragen - wenn auch unter deutlich unterscheidlichen Wettervorzeichen und -bedingungen. Der Schwerpunkt lag erneut eher in der Südhälfte, was aber einige Teams aus dem Norden und Osten nicht davon abgehalten hat, gute Ergebnisse zu erfliegen. Vor allem im Mittelfeld der Rundenwertung ging es relativ eng zu. Wenige Speed-Punkte entschieden hier über die Platzierung - und damit auch über die Punkte. Da wir uns bereits im letzten Drittel der Liga-Saison befinden, werden die zunehmend wichtiger - an beiden Enden der Tabellen.
Samstag:
Der Samstag war geprägt von einem schwachen Zwischenhoch, dass sich zwischen einem abziehenden Trog über dem Balkan und einem heranziehenden Trog über den britischen Inseln aufbauen konnte. Die Vorgeschichte des Satellitenbildes von 12UTC (14MESZ) begann morgens mit Abschirmungen sowohl östlich von Elbe und Saale als auf westlich des Rheins. Der Süden startete - vom äußersten Südosten mal angesehen - relativ ungestört in den Tag. Schon früh zeigten sich dann die ersten Quellungen über dem Schwarzwald und der Alb, die dann in einem ersten Schub hochkochten, um danach aber wieder durch den schwachen Hochdruckeinfluss gedeckelt zu werden. Zum Nachmittag wurde die Entwicklung dann wieder etwas stärker und mündete letzlich in einer lange anhaltenden Konvergenz, die sich vor allem über der Fränkische Alb erstreckte.
Auch im Rest ging es in allen Stockwerken sehr dynamisch zu. Die Ausbreitungen im Südosten zogen ostwärts, ebenso wie die sich auflösenden Feuchtefelder im Nordosten. Dafür breiteten sich vom Rhein her die Abschirmungen weiter nach Osten aus und selbst der Schwarzwald bekam zum Thermikende noch einen Cirren-Schirm verpasst, der wenige Stunden zuvor noch über der Biskaya lag.
Die Flugspuren zeigen, dass nach Norden - vor allem nach Nordwesten - hin, das Wetter wenig Nutzbares zugelassen hat, während vor allem die Rennstrecken im Süden gut frequentiert waren. Das richtige Timing und Planung waren dennoch auch dort nötig, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.
Sonntag:
Die Geschichte des Sonntags ist anhand des Satellitenbildes und der Flugspuren schnell erzählt: Die Kaltfront, die im Laufe der Nacht im Westen angekommen war, zog - getrieben durch den kräftigen Wind - zügig ostwärts und hatte zum 12UTC-Termin schon fast die Oder erreicht und den Süden bereits gequert. Die rückseitig einfliessende Kaltluft war noch labil, was u.a. die Wolkenstrukturen zwischen Weser und Elbe, aber auch Richtung Franken, zeigen.
Von Westen her wurde es etwas stabiler und die Cumuli formierten sich im Wind zu schönen Strassen. Die Chance auf einen Sonntagsausflug nutzen nicht viele, auf die Rundenwertung hatten die Flüge aber leztlich einen durchaus bemerkenswerten Einfluss.
Aber dazu gleich mehr ...
Wer hat was draus gemacht?
Am Samstag war sicher Aalen einer der Haupt-Ausgangspunkte, sowohl für die Liga als auch für die lange Strecke (die mal wieder ganz gut zu kombinieren waren). Im Rahmen des Trainingscamps der Damen-Nationalmannschaft konnten nicht nur die Teilnehmerinnen und Organisatoren sich in den Listen des OLC-Plus und des Speed-OLC eintragen. Interessant ist, in welcher Form und vor allem zu welcher Zeit die Reihungen der Alb genutzt wurden. Gerrit Illenberger schaffte den punkthöchtsen Flug mit 1013km und 1142 Punkten und nutzte vor allem für seine Speed (133km/h) die abendliche Konvergenz.
Simon Schröder und Tobias Pachowsky waren dagegen waren - als schnellste Junioren - eher am (frühen) Nachmittag über der Alb unterwegs. Was den absoluten Schnitt angeht, war Erwin Ziegler nicht zu schlagen, der seine Speed ebenfalls von Aalen aus über der Alb machte und die 149km/h in einen Flug über knapp 1045km einbettete. Indexkorrigiert die Schnellsten waren aber eindeutig Dirk Ströbl und Philipp Söll, die von Blaubeuren aus im Team vor allem über der Schwäbischen Alb unterwegs waren und mit jeweils rund 135 Speed-Punkten die Liste der schnellsten Flüge unangefochten anführen. Unterstützt von Joachim & Heinrich Krais hatte Blaubeuren damit die Spitze der 2. Liga bereits am Samstag erobert. Ihre 374,35 Speed-Punkte hätten auch im Oberhaus für einen mehr als souveränen Rundensieg gereicht. Auf Rang 2 folge der FSV Sindelfingen, angeführt von Lukas Esser. Gute 334,49 Speed-Punkte bedeuten zwar einen Rückstand von fast 40km/h, aber trotzdem gehen 19 Punkte nach Deckenpfronn.
Während Blaubeuren schon am Samstag durch den dritten Rundensieg entspannt dem Sonntag entegegen sehen konnte und seine Spitzenposition damit weiter zementiert, dürfte in Hofgeismar noch keine Entspannung geherrscht haben. Nur 2 Flüge standen für den Tabellen-Zweiten bis dato in der Wertung und der 1 Punkt hätte einen deutlichen Rückschlag für die Aufstiegs-Ambitionen der Hessen bedeutet. Aber Der Dingel sollte am Sonntag noch rechtzeitig auf die Rückseite der Front kommen, so dass Christoph Danders & Tamino Köbl unter den Reihungen noch auf knapp 134km/h (121.18 Punkte) kamen. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den beiden längeren Schenkeln ihres Fluges nach Westen: Gegen den Wind  mussten sie 3x kurbeln, um einen Schnitt von 108mk/h zu erreichen. Mit dem Wind und nur 1x Kurbeln ging es dann zurück - mit 159km/h. Hofgeismar flog damit noch auf Rundenplatz 3 vor. Sie verteidigen damit Gesamtrang 2 (115 Punkte), Laichingen (113 Punkte) bleibt aber fast gleichauf. An der Spitze der 2. Liga kann Blaubeuren (134 Punkte) seinen Vorsprung weiter ausbauen und liegt nun bereits fast 20 Punkte in Führung.
Eine ähnliche Geschichte spielte sich auch in der 1. Liga ab: Hier hatte nach dem Samstag Aalen unangefochten die Nase vorne, denn zu dem (bereits erwähnten Flug) von Erwin Ziegler kamm noch schnelle Alb-Flüge von Johannes Böckler und Bernd Schmid hinzu (der ebenfalls die späte Konvergenz für seine Speed nutze). Immerhin gute 10 Speed-Punkte lagen sie vor Donauwörth, Schwäbisch Gmünd nochmal knapp dahinter. Liag-Primus Rinteln hatte bis dahin "nur" 320 Speed-Punkte erflogen, zu denen vor allem auch Chrissi Grote ihren Flug von Aalen aus beigesteuert hatte (auch da war was mit der Konvergenz). Die weiteren Punkte kamen von Reinhard Schramme & Rolf Bödecker sowie Michael Sasse und Stephan Beck, die am Samstag von Rinteln aus die Hänge nutzten. Beide Teams hatten wohl aber auch die Rückseite am Sonntag auf dem Plan: Bei den schnellsten Flügen vom Sonntag landen sie neben Christoph Danders ganz vorne. Um die führenden Aalener abzufangen reichte es um ein gutes km/h nicht mehr, aber sie konnten sich noch bis auf Rundenplatz 2 vorschieben.
Donauwörth (98 Punkte) kann in der aktuellen Gesamtwertung einen Sprung von Rang 6 auf 4 nach vorne machen und liegt nun nur noch ganz knapp hinter dem LSV Schwarzwald (99 Punkte). Die Spitzenplätze haben weiter die FG Wolf Hirth (116 Punkte) und Titelverteidiger Rinteln (144 Punkte) inne. Die Niedersachsen können 4 Runden vor dem Ende ihren Vorprung nochmals ausbauen und setzen damit ein klares Zeichen in Richtung Titelgewinn.
Aber noch sind 80 Punkte zu vergeben und damit weiter alles offen. Nach einer nun kommenden Sommerwoche sehen die ersten Prognosen zur 10. Runde wieder 2 Luftmassen an 2 Tagen - es bleibt also spannend, wer was draus macht ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
OLC Flugspuren Alpen
OLC Flugspuren Deutschland
Meteosat 8: Der Sonntag ...
OLC Flugspuren Alpen
OLC Flugspuren Deutschland




 

Peter H. Braasch
Bürklin
LANGE Aviation GmbH
WINTER Instruments
Air Avionics
ILEC
Fliegerstrom
FLIGHT TEAM
Alexander Schleicher
M+D Flugzeugbau
Deutscher Wetterdienst
HPH
Rent a Glider
LXNAV
Cobra Trailer
SCHEMPP-HIRTH Flugzeugbau GmbH
IMI Gliding
Bitterwasser
Segelflugschule Wasserkuppe
Jonker Sailplanes
Tost
binder
TopMeteo
Siebert
DG Flugzeugbau
TQ Avionics
Clouddancers
FLARM