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Monday, 17. August 2020 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Bundesliga-Wochenende 15./16.8. (Runde 12) translate news

Blitze Samstag 15.00 UTC
Blitze Sonntag 15.00 UTC
Eine Runde vor dem Ende der Bundesliga-Saison steht fest: Der LSV Rinteln hat seinen Titel verteidigt! Am Ende reichte ein Mittelfeldplatz, um die noch fehlenden Punkte einzufahren. Mimimalismus kann man den Niedersachsen dabei nicht vorwerfen, denn die Wetter-Bedinugngen waren in dieser 12. Runde nicht die Einfachsten.
Samstag:
Es war eine Menge Energie in der Luft: Wie man auf Mitteleuropa-Satellitenbild in der Kombination von sichtbarem Kanal und den Blitzortungen der vorhergehenden Stunde von 15 UTC (17 MESZ) gut erkennen kann, lag ein breiter Streifen von Nordwesten nach Südosten, der angefüllt war mit teils unwetterartigen Schauern und Gewittern.
Nachdem sich die Atmophäre über mehrere Tage immer weiter aufgeheizt hatte, flog buchstäblich zum Wochenende der Deckel vom Topf. Bei sehr windschwachen Bedingungen hatte sich eine flache Tiefdruckrine gebildet, die zunehmend labilisierte. Schon morgens war sie angefüllt mit Feuchte und noch aus der Nacht heraus waren bereits wieder Gewitter unterwegs. Es dauerte nicht lange, bis es in der Rinne wieder anfing zu kochen.
Die störungsfreien - und damit fliegbaren - Bereiche zeigen sich sowohl im Satellitenbild als auch in den Flugspuren: Im Südwesten konnte leichter Hochdruckeinfluss die Luftmassse stabil halten, die zwischenzeitlich kräftigen Quellungen vor allem über Schwarzwald und Alb wurden zum Nachmittag sogar wieder etwas gedeckelt. Homogen zeigte sich der Nordosten: Auch hier deckelte ein Hoch und die nach blauem Beginn enstehenden Cumuli reihten sich im Ostsüdostwind - und brachten damit an diesem Tag in dieser Region die schnellsten Liga-Bedingungen.
Sonntag:
Eigentlich hatte sich an der Lage im Vergleich zum Vortag nicht wesentlich geändert. Von Nordosten her konnte sich die trockenere Luftmasse etwas weiter nach Westen durchsetzen. Die war aber etwas trockener als am Vortag, so dass weniger Cumuli bilden konnten. Auch im Süden war die Luftmasse nun deutlich trockener, mit ähnlichen Konsequenzen wie im Nordosten. In der immer noch breiten Rinne fielen im Laufe der Nacht die Gewitter mehr und mehr in sich zusammen und so begann der Tag - abgesehen von Nebel- und Stratusfeldern im Südosten und Restfeuchte im Nordwesten - erst einmal recht ungestört undvielversprechend. Dann bildeten sich im Laufe des Vormittags mit den Quellungen, die sich im Südostwind zu langen Wolkenstrassen reihten. Die Labilität war aber immer noch latent vorhanden, das zeigt u.a. das Bild von 15 UTC, auf dem sich erneut die Aktivität innnerhalb der Linie offenbart. Aber auch von Westen her wurde es zunehmend labil, da hier von im Bereich einer herannahenden Konvergenz die Gewittertätigkeit ebenfalls zunahm. Betroffen waren vor allem die Bereiche westlich des Rheins, aber auch über dem Schwarzwald waren erste Blitze zu beobachten.
Weiträumig besser als der Vortag und vor allem gut genutzt entlang der Wolkenstrassen - das zeigen auch die Flugspuren - war aber auch das Timing mitentschiedend, die Wertungszeit so optimal zu legen, dass man nicht Gefahr lief, von den Überentwicklungen ausgebremst zu werden oder gar den Rückweg abgeschnitten zu bekommen.
Wer hat was draus gemacht?
Im Vergleich zu den Vorrrunden war diese Runde wenig(er) für die lange Strecke geeignet. Aber hier und an dieser Stelle soll es ja auch um die am Ende "entscheidende" Liga-Runde gehen.
Am Samstag-Abend waren die Wertungslisten noch recht übersichtlich, gerade mal knapp mehr als 200 Flüge wurden insgesamt in den OLC eingestellt. Vor allem der Nordosten stach dabei mit seinen Bedingungen hervor: Rene Rietz & Oliver Schmelzer flogen von Rostock aus den schnellsten Schnitt des Tages unter den Reihungen zwischen Oder, Müritz und Vorpommern - ganz klassisch mit einem Jojo kamen sie aufh´ 138,25km/h (124,98 Punkte). In der Bundesliga konnte sich der FK Brandenburg vorne platzieren, für die Rolf Engelhardt und Matthias Kaese die Schnellsten waren und den zwischenzeitlichen Platz 1 der Rundenwertung sicherstellen konnten. Aber auch im Süden konnte Speed gemacht werden: Simon und Robert Schröder waren von Wörishofen aus südlich der Alb unterwegs und sicherten so die zwischenzeitliche Führung für die Kneippstädter in der 2. Bundesliga.
Und auch in Walldürn wurde geflogen, schliesslich galt es hier, die letzte Chance zu wahren, doch noch als Deutscher Meister die Saison zu beenden. Der zwischenzeitliche - und sicherlich bei den Bedingungen südlich des Odenwaldes hart erkämpfte - 5. Platz wäre mit 16 Punkten belohnt worden. Lohn vor allem auch, weil zu diesem Zeitpunkt Rinteln noch flug- und punktlos war und damit das Rennen noch bis zur letzten Runde offen geblieben wäre. Und selbst für die FG Wolf Hirth wäre noch der Sprung ganz nach oben möglich gewesen.
Aber alles "hätte, wenn und aber" war am Ende Makulatur, denn es stand ja noch der Sonntag an -, und an dem wurde die Wertung nochmal ordentlich aufgemischt.
Dass für die Liga die guten Bedingungen weit über das Land gestreut waren, zeigt das Bild in die Endabrechung dieser Runde: Ganz vorne landete das Team aus Homberg/Ohm, wobei Team auch hier im wörtlichen Sinne gilt, denn letzlich entschied sich erst mit dem dritten Flug, wer ganz vorne landet. Christian Lampert und Felipe Levin waren (früh) unter den Reihungen unterwegs und konnten den größten Teil ihrer Speed mit Rückenwind zwischen Fichtelgebirge und Siegerland (Felipe), bzw. über dem Thüringer Wald (Christian) machen. In der Summe waren beide aber langsamer als die beiden schnellsten Piloten aus Braunschweig: Karsten Bennewitz und Heiko Braden flogen - sogar im engen Team - über der Heide zu insgesamt 271 Speed-Punkten und waren damit rund 10 Punkte schneller als die hessische Konkurrenz. Für die war Simon Briel als Drittter aber im direkten Vergleich deutlich schneller als Holger Scholz aus Braunschweig, so dass sich am Ende die Hessen den Platz 1 in dieser Runde erfliegen konnten.
Und auch im Nordosten waren am Sonntag die Bedingungen nochmals gut. Unter den Wolken, die von der Müritz bis an die Ostsee standen, waren es wieder Rolf Engelhardt und Matthias Kaese, die das Ergebnis für die Brandenburger nach oben schrauben, und so am Ende Rundenplatz 3 sichern konnten. Eine Besonderheit dürfte es für beide gewesen sein, dass sie - nachdem sie im Rückenwind ihre Speed bis an die Küste gemacht hatten -, dort im ablandigen Wind über der See den ersten Heimflug-Bart kurbeln konnten.
Schnellster - im Bezug auf die Speed-Punkte war Eric Schneider, der von Lager hammelburg mit der OLC LS8-neo 147,03 Punkte (155,986km/h) erflog.
Die Liga-Spitze sicherte sich am Ende aber dann doch der LSV Rinteln: Zwar konnte sich im Vergleich zum Vortag auch Walldürn nochmal verbessern, die 12 Punkte für Rang 9 reichten aber nicht aus, Rinteln nochmal zu gefährden, die selber als 15. dieser Runde abschlossen und so eine Runde vor dem Ende uneinholbar vorne liegen (169 Punkte). An dieser Stelle vorab schonmal "Herzlichen Glückwunsch an den alten und neuen Deutschen Meister!". Walldürn behält Rang 2 (140 Punkte), während die FG Wolf Hirth den AC Bamberg vorbeiziehen lassen muss. Es bleibt aber mehr als knapp, denn beide haben 136 Punkte und die Franken liegen nur wegen der einen Hauch besseren Gesamtspeed vorne.
In Liga 2 flog sich der LV Altkreis Isenhagen (371 Speed-Punkte) ganz nach vorne, gefolgt von der LSG Fallersleben (360 Speed-Punkte). Auf Rang 3 folgt mit dem ASC Weiden (351) der erste Verein aus dem Süden, während Bad Wörishofen (321) nach der zwischenzeitlichen Führung am Samstag auf Rundenplatz 4 durchgereicht wird. Vor allem für die beiden Nord-Vereine war die gute Rundenplatzierung mehr als wichtig: Fallersleben kann sich von Rang 12 auf Rang 7 verbessern und steht damit nun auf einem Aufstiegsplatz. Auch Isenhagen macht einen deutlichen Sprung nach vorne und kann damit den Klassenerhalt (fast) sichern. Das Rennen um die Auf- und gegen die Abstiegsplätze bleibt also noch bis in die letzte Runde spannend!
Spannend macht es auch das Wetter: Nach einem erneuten kurzen Hochssommer- und Warmluftintermezzo zur Wochenmitte lassen die ersten Prognosen zur letzten Runde nochmal einen Trog durchziehen - man darf also gespannt sein, wo sich die Wetterfenster am Ende hinlegen - und wer dann was draus macht ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
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ACHTUNG: Mit der nächsten 13. Runde am 22./23.8. endet die Liga-Saison 2020.
Ein Liga-Finale in Poppenhausen Anfang Oktober wird es aus den bekannten Gründen nicht geben.
Alle Sieger erhalten aber neu designte Urkunden, auf denen alle Deutschen Meister der jeweiligen Jahre vermerkt sind, zum Verbleib!
Eines steht fest: Trotz der Corona bedingten Verkürzung auf 13 Runden war es eine vollwertige und grandiose Liga-Saison 2020!
Ein großer Dank geht vor allem an Bernd Fischer von TopMeteo für sein hochqualifiziertes Reporting - in der Segelflug-Welt ist das einmalig!
OLC

 


Peter H. Braasch
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