OLC-Magazine... powered by Bürklin


Tuesday, 13. April 2021 Frerk Frommholz: Am „letzten Wintertag“ über 820 Kilometer translate news

Frerk Frommholz
Wenig Zickzack trotz
Schauerslalom.

Fast schon Mitte April und Deutschland friert im Schneetreiben. Kalt war Frerk Frommholz auch am Montag, 12. April, aber die Rückseite an dem Tag konnte er einfach nicht verstreichen lassen, ohne mit dem Ventus 3M weit auszuholen: 820 Kilometer und 600 im Dreieck. Schließlich hat er solche Wetterlagen schon einige Male für 1000-km-Strecken nutzen können. Und doch war am Montag vieles anders.

Wie er den Flug erlebte, erklärte Frerk im Interview.

? In den Mittelgebirgen ging am Montag in den Schneeschauern die Welt unter. Du hast erkannt, dass das Wetter im norddeutschen Tiefland fliegbar ist. Wie bist du durch die Schauer gekommen?
Frerk: „Es hat auch hier sehr viele Schauer gegeben, aber mit Satellitenbild-Empfang im Cockpit ging das, obwohl am Montag manche Schauer schon Ausmaße wie in Namibia hatten. In der guten norddeutschen Kaltluft konnte ich schon früh starten und erst einmal Reihungen nutzen.
 
? Den ersten Schenkel bis Lingen hast du verhalten in geringer Arbeitshöhe fast im reinen Geradeausflug gemacht. Nur zweimal hast du kurz gekurbelt. Dann war dort die Welt zu Ende?
Frerk: Weiter nach Westen hatten sich schon früh dicke Wolkencluster mit massiven Schauern gebildet. Ich bin noch rund 30 Kilometer in das Wetter reingeflogen und habe dann gewendet. Wegen dieser Entwicklung bin ich auch erst gegen den Wind, dank der Reihungen ging das. Und dank der geringen Geländehöhe funktionierte das auch bei der geringen Arbeitshöhe.
 
? Zurück hast du nahezu den gleichen Weg genommen und bist dann über den Startort Walsrode hinaus bis zur Elbe. Das hat gepasst, obgleich dieser Ostnordost-Kurs eher schräg zum Wind lag?
Frerk: Ja, denn die Front hatte einen leicht wellenden Verlauf. Und auf meinem Kurs konnte ich so Konvergenzlinien folgen und immer wieder durch Schauerlücken in die Sonne vorfliegen. Auf direktem Ostkurs gab es zudem die Engstelle zwischen dem Luftraum Hannover und dem Schießgebiet bei Fassberg, das an dem Tag dummerweise aktiv war. Die Lücke entlang der Aller ist ein thermisch sehr aktives Gebiet, in dem sich besonders schnell Schauer entwickeln. Da bin ich lieber gleich nördlicher geflogen.
 
? Im Osten zeigte das Satellitenbild am Vormittag noch eine hohe Bewölkung auf einer Linie von Lübeck nach Frankfurt/M. Hattest du die Linie mit der zweiten Wende vor der Elbe schon erreicht?
Frerk: Diese Abdeckung begann noch weiter östlich. Aber wegen des schlechten Einflusses der Elbe habe ich mir die vielleicht 20 Kilometer, die ich darüber hinaus hätte fliegen können, gespart. Sie hätten unverhältnismäßig viel Zeit gekostet.
 
? Danach bist du nicht, wie sonst entlang der Wolkenstraßen wieder nach Westen, sondern nach Süden bis an den Harz zum Innerststausee vorgeflogen.
Frerk: Ich wollte die rund 150 Punkte fürs Dreieck mitnehmen. Die Bedingungen wurden zum Nachmittag hin auch immer besser. Wenngleich die Bärte ganz untypisch für Kaltluft schwierig zu finden waren. Sie waren auch richtig eckig. Im Mittel war das Steigen mit 1,3 m/s eher schwach. Der Rückweg über Lüchow lief dann ganz gut, ich musste nur zweimal durch Schneeschauer.
 
? Das klingt, als hättest du damit den Tag in seinen Grenzen voll ausnutzen können.
Frerk: Vielleicht hätte ich zum Ende an Bremen vorbei noch etwas weiter nach Westen fliegen können, aber dort standen wieder große Schauer. Den erfolgreichen Abschluss des Fluges wollte ich nicht gefährden.
Der Tag danach war dann tatsächlich der Tag danach: Immer noch gut vorhergesagt, aber noch einmal labiler. Frerk hat dann den Ventus am Mittag wieder eingepackt.
 
Der Flug von Montag findet sich in der Tageswertung von OLC plus.
 
Gerhard Marzinzik
 
Und wohin jetzt? Massive Schauer
auf dem Flugweg.
Am Nachmittag zum Harz
immer besseres Wetter.
Bei dieser Aussicht lässt sich
gut überland fliegen.

 


Segelflugschule Wasserkuppe
Cobra Trailer
Peter H. Braasch
binder
Deutscher Wetterdienst
WINTER Instruments
Jonker Sailplanes
Bürklin
DG Flugzeugbau
HPH
LANGE Aviation GmbH
IMI Gliding
TopMeteo
Tost
Air Avionics
ILEC
LXNAV
Alexander Schleicher
FLIGHT TEAM
Bitterwasser
M+D Flugzeugbau
FLARM
navITer
Rent a Glider
Clouddancers
SCHEMPP-HIRTH Flugzeugbau GmbH
Siebert