OLC-Magazine... powered by Bürklin


Monday, 26. April 2021 Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zum Wochenende vom 24./25.04.2021 translate news

Pünktlich zum Ligastart stellte sich in ganz Deutschland Top-Wetter ein ...So (oder zumindest so ähnlich) hätte heute mein erster Bericht zu den OLC-Ligen 2021 angefangen. Hätte, hätte ... Aber - und das ist die gute Nachricht - das mit dem Wetter war tatsächlich nicht ganz so schlecht und geflogen wurde auch viel - und weit - und schnell. Aufgebaut hatte sich die Lage bereits im Laufe der Woche: Zwischen einem Hoch über den britischen Inseln und einem Tief über Skandinavien konnte die Strömung nicht anders, als von Norden her kräftig Kaltluft zu uns zu bringen.
Kaltluft war per se im April bereits das beherrschende Thema. Schon die zur Wochenmitte über Deutschland liegende Luftmasse war eigentlich "Kaltluft", mit dem was dann von Norden kam, wurde es "so richtig kalt". Auch wenn die Tageslängeen in der letzten Aprildekade noch vergleichsweise kurz sind, ermöglicht die Kaltluft bereits lange Thermiktage und der Sonnenstand entspricht grob dem August, die nötige "Energie" ist also auch schon da.
Der andere mitentscheidende Faktor ist natürlich die Feuchte, und hier birgt eine Strömung, die über die die See zu uns kommt, immer die Gefahr von zu viel Feuchte die sich dann - bevorzugt im Stau der Mittelgebirge - in Form von Ausbreitung störend bemerkbar macht. Spätestens zum Freitag hatte sich die Lage soweit stabilisiert, dass (grob gesehen) der flache Norden und Nordosten im Einfluss der etwas feuchteren und sehr kalten Luft lag, während die Luftmasse im Süden und Südwesten deutlich trockener war. So gleichen sich dann auch die Satellitenbilder der drei Tage, Unterschiede zeiegen sich bei der Feuchtemenge im Norden und den Staueffekten. Auch der Einfluss des Windes ist gut erkennbar, denn die Cumuli konnten sich immer wieder gut reihen, der Einfluss des Seewindes ist aber ebenso auszumachen. Im Süden waren es letztlich vor allem die Kämme, die sich - und das gilt vor allem für den Sonntag - mit Cumuli (aus-)zeichneten.
Das alles lässt sich auch in den Flugspuren ablesen. Das gilt für die bevorzugten Linien genau so, wie die deutliche "Lücke" im Rückstau des Erzgebirges. Aber auch im Grenzbereich zwischen der feuchteren und der trockenen Kaltluft waren die Bedingungen nicht immer einfach. Diese Grenze war nicht scharf definiert und dort, wo die feuchtere, kühlere Luft in die etwas trockenere einfliessen konnte, hielt sie die Arbeitshöhen niedrig. Gekennzeichnet waren diese Bereiche u.a. durch die deutlich sichtbere Feuchte am Morgen, die dann zwar zügig abtrocknete, aber leider thermisch eher mäßige Bedingungen zurückließ. Aber dort, wo die Luftmase homogen und ungestört war, konnte man was draus machen ...
Schon zur Wochenmitte konnte Mathias Schunk von Königsdorf in den Alpen über 1000km auflegen, bevor die Kaltfront dort am Donnerstag kam. Auf dessen Rückseite zeigte sich Donnerstag, dass auch zwischen Ems und Weser lange Strecken möglich sind, wenn der Tag voll genutzt wird. Nach der Landung gegen 19.45 waren - nach immerhin 8,5h - für Mark Wenning und Martin Grote 800km geschafft. Auch wenn die selten über 1500m waren, dürfte die Temperatur immer nahe der 0°-Grenze gewesen sein.
Am Freitag war die Kaltfront dann Geschichte und die beschriebene Verteilung von trockener und feuchter Kaltluft hatte sich weitgehend eingestellt. Was die Luftmasse(n) brachten zeigt sich in  eindrucksvoller Weise sowohl im Süden als auch im Norden: Von Oberhinkofen aus war Michel Sommer früh unterwegs. Eher auf der Westseite als auf dem Kamm des Bayerischen Waldes entlang ging es über die Donau südwärts, um dann die östlichen Alpen entlang bis Zell am See zu fliegen. Auf ähnlichem Kurs retour konnte er dann zum späten Nachmittag die inzwischen angestiegenen Arbeitshöhen des Bayerischen Waldes auf dem Kamm nutzen. Nach etwas mehr als 10h Wertungszeit landete er nach 1062km.
Nicht ganz so weit, aber in Maßstäben des Speed-OLC sehr schnell unterwegs war Michael Möker. Von Burgdorf aus streute er zwischen Heide und Altmark bei seinem Flug über 840km unter den Reihungen einen 2,5h-Schnitt von 136km/h ein. Umgekehrte Verhältnisse dann am Samstag: Die schnellsten Flüge fanden diesmal im Süden, in Lichtenfels, Bamberg und Deckenpfronten ihren Anfang, wobei Frank Schmitz die schnellste absolute Geschwindigkeit (146km/h, 124 Punkte) schaffte, sich nach Punkten aber hinter Jan Kretzschmar (139km/h, 131 Punkte) einordnen musste. Hier dienten Thüringer und vor allem Bayerischer Wald als Beschleuniger.
Dass man auch über dem Jura schnell sein kann, zeigte Katrin Senne (140km/h, 122 Punkte). Bemerkenswert sind sicher - auch wenn den weitesten Flug Tore und Annika Graeber von Oppershausen aus gemacht haben, der Team-Ausflug nach Dänemark von Burgdorf aus. Gute 1600m an der Dänischen Grenze waren für Ralf und Carsten Freyer sowie Philipp Freiheit & Daniel Pietsch bestimmt keine alltägliche Erfahrung. Aber das Wochenende ist nicht vor dem Sonntag-Abend zu Ende. Gleich mehrfach fiel die 1000-Punkte-Marke, wobei die 3 weitesten Flüge in ganz unterschiedlichen Regionen geflogen wurden: Für Simon Schröder ging es von Bad Wörishofen aus in die Alpen und dort nach dem Einstieg kurz vor der Zugspitze nach Slowenien, ins Tessin und wieder zurück. Nach etwas mehr als 9,5h standen 1023km auf der Uhr. Michael Sommer flog von Oberhinkofen aus erst über die klassichen Linien von Bayerischem und Thüringer Wald. Dem Feuchtestau des Erzgebirges entging er dann durch einen Wechsel auf die Südseite, um schließlich nördlich von Prag zu wenden. Für ihn sollten es (wieder) 10h Wertungszeit werden, die er in 1098km ummünzen konnte.
Den mit Abstand weitesten - und gleichzeitig schnellsten - Flug des Wochenendes schaffte Frerk Frommholz. Von Walsrode aus ging es bei anfangs tiefer Basis erst ein Stück nach Westen und dann Richtung Osten bis an die Oder. Pünktlich um 12.00 erreichte er erstmals über 1800m, später dann auch über 2000m. Zurück in Bremen ging es dann nochmal bis kurz vor Halle/Saale und letztlich über die Heide zurück. Nach etwas über 10h waren 1243km geschafft, der Schnitt über den Flug lag bei 122km/h und die schnellsten 2,5h liefen größtenteils mit etwas Rückenwindunterstützung mit knapp 146km/h. Kaltluft und Reihungen gehen lang, lassen weit und machen schnell ...
 
Bernd Fischer
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
OLC Flugspuren Alpen
OLC Flugspuren Deutschland
Meteosat 8: Der Sonntag ... OLC Flugspuren Alpen OLC Flugspuren Deutschland

 

 


FLARM
TopMeteo
Peter H. Braasch
Bürklin
M+D Flugzeugbau
LXNAV
Bitterwasser
LANGE Aviation GmbH
Deutscher Wetterdienst
IMI Gliding
Rent a Glider
Cobra Trailer
binder
DG Flugzeugbau
HPH
WINTER Instruments
navITer
Air Avionics
SCHEMPP-HIRTH Flugzeugbau GmbH
Tost
Alexander Schleicher
FLIGHT TEAM
Segelflugschule Wasserkuppe
Siebert
Jonker Sailplanes
ILEC
Clouddancers