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Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zur 1. Runde der Segelflug-BUNDESLIGA am 15./16.5.21 Monday, 17. May 2021 translate news

Radar-Bild Samstag
Radar-Bild Sonntag
Eine schaurige 1. Runde. Überlagert durch einen weit ausladenden Trog, fehlte der thermisch eigentlich tollen Luftmasse nämlich das stabilisierende Moment. Entsprechend oft musste man die Cumuli eher als Quäl- anstatt als Quellwolken bezeichnen. Die Motivation, Liga-Punkte zu erfliegen hat dann aber wohl doch das eine oder andere Hallentor aufgehen lassen. In der Segelflug-BUNDESLIGA punkteten mit 20 Teams immerhin genau so viele, wie in der kompletten Quali-Liga zusammen, und auch in der 2. Segelflug-BUNDESLIGA konnten sich immerhin 10 Teams in die ersten Wertungslisten eintragen.
Samstag/Sonntag:
Auch wenn in der Nacht zwischen Samstag und Sonntag eine Front durchgezogen ist, gleichen sich die Satellitenbilder der beiden Tage auffällig. Sie zeigen die typischen Strukturen einer trogbestimmten und damit labilen Kaltluft: Kräftige Überentwicklungen und Schauer (siehe auch die jeweiligen Radarbilder) wechseln sich dabei mit offenen Bereichen ab, wenn hinter den Schauern die Thermik vorübergehend über den nassen Böden pausieren muss. War in den Lücken zumindest noch eine Schauerrallye möglich, sorgten eingelagerte frontale Strukturen dafür, dass teilweise nicht viel zu holen war.
Entsprechen dünn gesät zeigen sich die Flugspuren der beiden Tage, wobei auffällt, dass immerhin weit verteilt geflogen wurde. Und auch der Windeinfluss zeichnet sich in den Spuren ab, denn der meist vorherrschende Südwestwind reihte Wolken und Schauer oder sorgte auch für Hangwind ...
Wer hat was draus gemacht?
Am Samstag-Abend waren die bis dahin eingereichten Wertungsflüge noch sehr übersichtlich, wobei sich die Spitzenplätze schon deutlich herausgearbeitet hatten. Zwischen einer morgens noch nach Osten abziehenden Abschirmung und einer neuen Störung, die nachmittags von Westen ankam, herrschten entlang und südlich der Donau am Samstag die schnellsten Bedingungen des Wochenendes. Sowohl Wind als auch Schauer waren - im Vergleich zu vielen anderen Teilen - hier eher moderat. So konnten die entstehenden Reihungen für lange Geradeausanteile genutzt werden und Umwege durch Schauer zumindest teilweise vermieden werden. Um die 2,5h Wertungszeit optimal ins Wetterfenster zu zirkeln, war ein Start schon am (späteren) Vormittag die beste Wahl - sowohl um der neu aufkommenden Störung als auch der (potentiell) im Tagesverlauf zunehmenden Schauertätigkeit zu entkommen.
Von Bad Wörishofen aus waren Robert und Simon Schröder sowie Martin Hundegger unterwegs. Lagen ihre Startzeiten (der eigentlichen Flüge) noch relativ nah zusammen, differenzierte sich ihre Streckenwahl danach doch sehr deutlich. Ob das eine rein taktische Entscheidung war, oder ob das Wetter ebenfalls eine Rolle gespielt hat, lässt sich aber aus der Ferne nicht sicher beurteilen, ich würde aber auch auf eine gewisse "Riskiostreuung" spekulieren. Die reinen Zahlen sprechen am Ende für Simon: Er flog zuerst nach Nordosten, um dann im Jojo Wind und Reihungen folgend - grob gesehen - zwischen Iller und Lech auf einen Schnitt von 113,5 km/h zu kommen (107 Speed-Punkte). Er führt damit sein Team auf den Platz 1, die sie auch am Ende der Runde noch innehaben sollten. Dass es im selben Wetterraum noch schneller geht, zeigte an dem Tag Max Böswald, und dass mehr als eindrucksvoll. Von Eichstätt aus lag bereits sein Startpunkt etwas weiter nödlich, gleiches galt dann auch für die folgende Kurswahl. Ebenfalls am Wind (und dem Gelände) ausgerichtet flog er im Jojo zwischen Ulm und der A9 kurz vor Neumarkt/OPf. auf einen Schnitt von 133,8km/h (117 Speed-Punkte) und damit den mit Abstand schnellsten Flug der kompletten Runde. Sein Wertungsflug begann dabei im Prinzip direkt mit dem Start, während Tobi Pachowsky und Sven Baldauf ihre 2,5h erst eine gute Stunde später auf der Strecke begonnen haben. Zum entsprechend späteren Ende kann man aus dem Flugspuren den Eindruck gewinnen, dass der eine oder andere Schauer im Weg gestanden haben dürfte...
Trotzdem waren die Eichstätter in der Summe mit 318 Speed-Punkten die Schnellsten über beide Ligen hinweg, während Bad Wörishofen auf 292 Punkte kommt. Dass auch der Sonntag schnelle Fliüge ermöglichte, zeigten Rinteln und Pirna. Der amtierende Meister profitierte dabei von Wind und Hang, während von Pirna aus Flüge sowohl am Samstag als auch Sonntag möglich waren. Im Team flogen Sonntags Bennet Pfüller und Ralf Andrich zwischen östlichen Erzgebirge bis in die Oberlausitz. Die Flüge von 106 km/h waren zwar nicht die absolut Schnellsten (Sören Nölke und Thomas Wolf kamen jeweils auf 109 km/h), aber Ralf erfliegt mit 106,7 die meisten Speed-Punkte.
Natürlich taugt eine Wertung nach der ersten Runde noch nicht für eine Prognose, aber zumindest gibt es - über beide Ligen hinweg - eine große räumliche Streuung. Etwas anders sieht es natürlich mit den Prognosen des Wetters aus und das sieht für die kommende Runde ähnlich schwierige Bedingungen: Denn, auch wenn es ein dann bereits neuer Trog ist, Kaltluft und Labilität werden weiter ein wesentlicher Faktor sein.
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
OLC Flugspuren Alpen
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Meteosat 8: Der Sonntag ... OLC Flugspuren Alpen OLC Flugspuren Deutschland


 

Peter H. Braasch
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