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Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zur 2. Runde der Segelflug-BUNDESLIGA am 22./23.5.21 Monday, 24. May 2021 translate news

Satellitenbild Samstag, 12 UTC
Satellitenbild Sonntag, 12 UTC
Radar-Bild Samstag
Während der Norden und die Mitte im Einfluss eines Tiefs mit Feuchte und Wind zu kämpfen hatten, konnte man vor allem im Südwesten schnelle Flüge absolvieren.
Samstag:
Auf dem Mitteleuropa-Ausschnitt des Satellitenbildes von 12 UTC (14 MESZ) erkennt man sehr gut die Auswirkungen des Tiefs vor der dänischen Küste: Auf dessen Südseite liegen die Frontensystemen bis hinunter an den Main und - getrieben durch den starken WSW-Wind - erreichten diese dann noch im Laufe des Thermiktages die Oder. Deutlich trockener zeigt sich dagegen die Luftmasse im Süden, dazu war der Wind hier schwächer, sorgte aber dennoch für schöne Reihungen vor allem entlang der Züge, die im Wind lagen, wie der Alb, aber auch dem Erzgebirge.
Der Tag begann im Süden zwar noch mit zahreichen Restfeuchtefeldern und einer östlich von Isar/Regen liegenden Front, aber aus der Feuchte entwickelten sich zügig Cumuli und mit der abziehenden Front weitete sich das Wetter dann auch weiter nach Osten aus. So wundert es wenig, dass das Gros der Flugspuren über dem Süden zu finden ist, und diese vor allem die Reihungen im Wind nachzeichnen. Im Norden eröffnete der Wind zumindest die Hänge des Wiehengebirges als Option.
Sonntag:
Auch am Sonntag sind die hohen Feuchteanteile deutlich erkennbar, die mit der anhaltend kräftigen Westströmung eingeflossen waren. Nachdem über den Süden eine erneute Feuchtewelle hinweg gezogen war, baute sich von Südfrankreich her schwacher Hochdruckeinfluss auf. Allerdings gab es unter der schwachen Inversion immer wieder Ausbreitungen, lokal lagerten sich dazu immer noch Schauer ein. Und auch der Wind machte vor allem über Mitte und Norden den Tag alles andere als einfach.
Im Süden gab das Wetter die Richtung vor: in den sich aufbauenden Hochdruck hinein - und damit auch weg von den dichten Abschirmungen, die sich erneut im Südosten hielten, bevor sie nach Osten abzogen.
Die Flugspuren zeigen, dass - zumindest im Vergleich zum Vortag - nun auch im Westen und Norden Flüge möglich waren. Die schnellsten Linien führten aber weit in den Südwesten, denn vor allem das Jura zeigte sich von der schnellen Seite. Die Reihungen über dem Kamm sind im Mitteleuropa-Satellitenbild noch gut erkennbar (die Bilder des kompletten Tages sind noch bis Dienstag-Abend frei im TopMeteo-Webshop [Prognose-Karten->Sichtbar(VIS)] verfügbar).
Wer hat was draus gemacht?
Auch wenn beide Rundentage vor allem in Teilen des Südens fliegbar waren, ragt der Samstag deutlich heraus. Vor allem in der Segelflug-BUNDESLIGA war die Runde mit dem Samstag entschieden und auch in der 2. Segelflug-BUNDESLIGA stand der Rundensieger bereits fest. Eine Gesamtspeed von über 400 ist sicher kein alltägliches Ergebnis, in dieser Runde erreichten dies gleich zwei Teams.
Die Strecke zwischen Südschwarzwald und dem fränkischen Jura ist bei Schnitten teils jenseits der 150km/h nicht lang genug, um diese komplett im Rückenwind zurück zu legen. So muss es gezwungenermaßen auch ein Stück gegen den Wind gehen. Abhängig vom Startplatz und der Tageszeit sind die gewählten Taktiken natürlich entwas unterschiedlich, aber letztlich zeigen die meisten der Top-Flüge, dass die meisten Kilometer unter Ausnutzung der Reihungen, größtenteils im Geradeausflug, mit Rückenwind zurückgelegt wurden.
Mit Abstand der Schnellste dabei war Markus Frank, für den Aalener begennen die 2,5h Wertungszeit im Südschwarzwald. Nach einem nur kurzen Schenkel bis an die westliche Kante des Schwarzwaldes ging es kreislos bis knapp nördlich von Regensburg. Ein Schenkel von knapp 360km mit einem Schnitt von 196km/h! So schnell, dass er die noch bei Regensburg stehenden Schauer erwischte. Die hatten dort (siehe Radarbild) die Basis absinken lassen und auch die Aufwindlinie stand nicht mehr so gleichmäßig wie auf dem Hinflug. O-Ton von Markus dazu: "Die Wolken waren schon am Zerlegen und ein bisschen Regen war auch da. Und gegen den Wind musste man ja schon 200 fliegen... da fällt auch die EB in den Keller, aber die tragende Linie war auch noch löchriger als beim Hinflug". Das Barogramm zeigt, wie er in nur wenigen Minuten gute 800m Höhe einbüßte und so gezwungen war, doch das eine Mal zu kurbeln. Am Ende liegt sein Schnitt aber immer noch bei knapp 177km/h (146,86 Speed-Punkte).
Ähnlich wie Markus erging es auch Steffen Schwarzer, der etwas später an fast gleicher Stelle mit Eindrehen in den Gegenwind kurbeln musste. Bernd Schmid - dritter im Team der Aalener - kam dort nochmal etwas später an, traf dann offenbar bereits wieder auf deutliche bessere Steigwerte, auch wenn die Basis etwas niedriger als weiter westlich war. Im Team waren der LSR Aalen mit 410 Punkten aber nicht zu stoppen und holten sich den Rundensieg vor der SFG Donauwörth-Monheim. Stephan Bosch, Robin Neumann und Wolfgang Köckeis durchbrechen mit ihren Flügen ebenfalls noch die 400er-Schallmauer. Schaut man sich ihre Flüge näher an, so sieht man, dass auch bei Ihnen die Ecke bei Regensburg nicht die einfachste gewesen sein dürfte. Rundenplatz 3 erreicht die FLG Blaubeuren (372 Punkte).
In der 2. Segelflug-BUNDESLIGA geht Platz 1 an den LSC Bad Homburg. Von Münsingen aus flog Nils Deimel als Schnellster für die Hessen entlang der bereits beschriebenen Rennstrecken einen Schnitt von 148km/h (140 Speed Punkte) und im OLC-Plus auf 991km - 200m fehlten ihm am Ende auf Münsigen.
Noch etwas weiter flogen Tobi Welsch & Tore Gräber. Ebenfalls in Münsingen gestartet, flogen sie zuerst ein Stück nach Nordosten, wendeten bei Donauwörth, um von dort aus entlang des Jura bis zum Neuenburger See (und zurück) zu fliegen. Sie schaffen damit - eingebettet in einem Flug von 1025km die Liga-Wertungszeit (fast) komplett mit Rückenwind zurückzulegen (145km/h, 131 Punkte). Steffen Göttler fliegt direkt in Richtung Jura und komplettiert mit seinem Flug (117km/h, 105 Punke) das gute Ergebnis für die Homburger, die die Runde mit 376 Punkten mehr als souverän vor dem AC Pirna (320 Punkte) für sich entscheiden können. Für die Sachsen zeigen vor allem Thomas Melde und Stefan Altenburger im engen Team, dass man auch über dem Erzgebirge bei diesen Bedingungen schnell und weit (geradeaus-)fliegen kann. Dritter wird der FSV Mössingen (290 Punkte).
Das das Jura auch am Sonntag zu den besten Revieren gehörte, zeigt Tilo Holighaus, der von der Hahnweide aus bis auf die Höhe von Genf fliegt. Sein Kommentar im OLC schildert sehr anschaulich, wie er den Flug über mehr als 900km erlebt hat.
Nach einer erneut tief- und trogbestimmten Woche ist das kommende Wochenende noch relativ offen: Zwar baut sich ein Hoch über Skandinavien auf, aber der Trog zeigt sich noch sehr hartnäckig...
 
Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.
 
Meteosat 8: Der Samstag ...
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