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Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zur 3. Runde der Segelflug-BUNDESLIGA am 29./30.5.21 Monday, 31. May 2021 translate news

Langsam nähern wir uns den längsten Tagen des Jahres. Kommt dann noch Hochdruck und eine thermisch gute (kalte) Luftmasse dazu, bringt das in der Summe nicht nur lange, sondern auch schnelle Tage. So auch in Runde 3, wo an beiden Tagen des Wochenendes jeweils deutlich mehr als 1.000 Flüge den Weg in die OLC-Wertungen fanden.
War die Woche über fliegerisch nur wenig zu holen, baute sich zum Freitag ein Hoch über der Nordsee auf und die thermisch gute, kühle Luftmasse begann von Westen her zu stabilisieren und etwas abzutrocknen.
Auch wenn der Süden die Vorteile des schnelleren Wetters auf seiner Seite hatte, brachte das Wetter so großräumig fliegbare Bedingungen, dass in dieser 3. Runde alle Teams beider Ligen punkten konnten.

Samstag:
Ein Hoch über der Nordsee, flache Druckverhältnisse mit wenig Wind begünstigen aber auch immer, dass von der Nordsee Feuchte einfließt, die dann zäh unter der markanten Inversion hängt. Zwar schaffen es Hochdruck und Sonne häufig, diese aufzulösen, aber das dauert und die Luftmasse ist anschließend thermisch häufig auch etwas "unwillig". Selbst um 12 UTC (14 MESZ) lag am Samstag die Feuchte noch bis in den nördlichen Mittelgebirgsraum hinein. Ganz anders dagegen weiter nach Süden: Schon früh entwickelten sich Cumuli - teils noch aus der Restfeuchte des Vortages - und sorgen so für einen langen Thermiktag. Auch wenn sich im Süden die Cumuli noch ausbreiteten, konnten Luftmasse und hohe Basis diese Störungen mehr als kompensieren. In den Flugspuren sind die Rennstrecken gut auszumachen, wobei vor allem die westlichen und südwestlichen Mittelgebirge hoch frequentiert waren.

Sonntag:
Auch wenn sich die Lage des Hochs über der Nordsee nur wenig änderte, zeigte sich die Luftmasse jetzt trockener. Die anfänglichen Hochnebelfelder beschränkten sich im wesentlichen auf die Küstenbereiche während mit der etwas stärkeren Nordostströmung von der Ostsee her eine trockenere Luft eingeflossen war.
Im insgesamt etwas stärker gewordenen Wind zeigen sich jetzt deutliche Reihungen der Cumuli in einem breiten Streifen von Nordosten nach Südwesten. Eingegrenzt wurde dieser durch Regionen, in denen eher die Farbe blau vorherrschte: Die Nähe des Hochs im Nordwesten und die damit weiter kräftige Inversion ließen hier keine Cumuli aufkommen und auch im Randbereich zu einem Tief über Osteuropa war es eher blau. Hier, wie auch über dem Schwarzwald, konnten die Bedingungen aber sehr gut genutzt werden.
Die Flugspuren heben wieder die Rennstrecken im Westen und Süden hervor, sind aber deutlich weiter gefasst, als noch am Vortag.

Meteosat 8: Der Samstag

Meteosat 8: Der Sonntag

 

Wer hat was draus gemacht?

Der Blick in den OLC-Plus zeigt, was an langen Thermiktagen möglich ist: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag gingen die längsten Flüge über 10 bis 11 Stunden. Entsprechend lang ist auch die Liste der Flüge über 1000km, wobei vor allem am Samstag diese immer wieder das "klassische" Dreieck über den Kämmen der Mittelgebirge im Süden nachzeichneten. Gerrit Illenberger schaffte von Neresheim aus Platz 1 der OLC-Plus Tageswertung (1.224 Punkte), auch durch seine flächige Kurswahl. Maximilian & Friedhelm Schäfer flogen vom Feuerstein aus mit 1.252km die weiteste Strecke des Wochenendes. Auch eine Erwähnung wert: Eric Schneider fliegt seinen ersten Flug über 1.000km mit dem OLC-Discus! In der Wahl der Flugwege erkennt man, dass es am späteren Nachmittag über dem Thüringer Wald stark ausbreitete, der "Umweg" auf der westlichen Seite lief aber offenbar auch problemlos. Dass auch der Sonntag für weite Flüge gut war, zeigte einmal mehr Michael Sommer mit 1.227km.
Da vor allem am Samstag weder Windgeschwindigkeiten noch Reihungen wesentliche Faktoren für die Speed waren, musste man sich nicht zwingend zwischen langer Strecke und Ligawertung entscheiden. Eine Vielzahl - auch der schnellen Ligaflüge - konnten in weite Flüge eingebettet werden. Entsprechend zeichnet sich auch keine markante Rennstrecke heraus, wie beispielsweise noch in der 2. Runde. Etwas anders dann am Sonntag, wo die Reihungen und der Wind bei den schnellsten Fügen eher die "ligatypischen" Merkmale zeigen, wenn es mit hohen Rückenwindanteilen unter den Wolkenstraßen entlang geht.
In der Summe führt dies zu einer weiten Verteilung der Flüge über beide Tage, gleichzeitig liegen die Ergebnisse aber auch nahe beieinander. In der Segelflug-Bundesliga liegt in der Rundenwertung das mittlere Drittel kaum 10 Speed-Punkte auseinander und auch in der 2. Segelflug-Bundesliga entscheiden teilweise weniger als ein halber Speed-Punkt über die Platzierung.
Die schnellsten Flüge dieser Runde über beide Ligen hinweg schafften im engen Team Enrique und Felipe Levin am Samstag. Auf den südlichen Schenkeln ihre Flüge von knapp 900km erreichten sie zwischen Bamberg, Nordschwarzwad, Rheintal und Pfälzer Wald 152km/h (126,1 Speed-Punkte). Christian Lampert schaffte als dritter im Team für den LSV Homberg/Ohm 132km/h (124.7 Punkte), wobei sein Flug am Sonntag sich dann eher ligatypisch an den Reihungen orientierte. Gleiches galt auch für den punkthöchsten Flug dieser Runde, bei dem Holger Back über weite Strecken mit Rückenwind zwischen Coburg und Pirmasens 144km/h (127,4 Punkte) gelangen.
Homberg/Ohm entscheidet am Ende die Runde der Segelflug-Bundesliga souverän für sich (377 Punkte), gefolgt vom FSC Odenwald Walldürn (360) und dem LSR Aalen (341).
Dass man aber auch am Sonntag Strecke und Liga miteinander verbinden konnte, zeigten Sibylle und Ingo Andresen. Auch sie flogen im engen Team zwischen dem nördlichen Thüringer Wald, entlang des Spessart und vom Odenwald bis über den Pfälzer Wald unter den Reihungen. Rund 130km/h bringen 113,6 bzw. 111,0 Speed-Punkte. Da Lutz Heydecke für den SFV Mannheim am Samstag bereits gut vorgelegt hatte (122km/h; 116,1 Punkte) geht diese Runde der 2. Segelflug-Bundesliga nach Mannheim. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten FSV Neustadt/Weinstraße beträgt weniger als 2 Punkte. Und auch ihr Abstand auf Platz 3, den der LSC Bad Homburg belegt, ist mit rund 4 Punkten denkbar gering.
Der Hochdruckeinfluss setzt sich auf bis Mitte der Woche überall fort. Tendenziell kommen dann aber Westen und Südwesten ab Donnerstag in den Einfluss feuchterer und labiler Warmluft, während der Osten noch länger von der guten Luftmasse profitieren kann. Eine Verteilung, die auch für die kommende Runde Bestand haben soll.

Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.

OLC-Flugspuren Alpen Samstag


OLC-Flugspuren Deutschland Samstag

 

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