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Bernd Fischer von TopMeteo resümiert zur 4. Runde der Segelflug-BUNDESLIGA am 05./06.6.21 Monday, 07. June 2021 translate news

Samstag: Vor allem von der Nordsee bis hinunter in den SW liegt die Feuchte einer langgestreckten, wellenden Front, die sich im Tagesverlauf kaum weiter nach Osten verlagern sollte. Durch ein kleines Tief über den Alpen und im Bereich einer vorlaufenden Konvergenz war die Luftmasse ziemlich labil, wie man vor allem an den Temperaturen der Wolken-Tops im Mitteleuropa-Satellitenbild von 14 UTC (16 MESZ) sehen kann. Die Konsequenzen dieser Labilität schafften es teilweise sogar in die Nachrichtensendungen...
Nahezu ungestört war es dagegen in großen Bereichen östlich der Elbe bis nach Polen hinein, wo das Gros der Flüge vom Samstag absolviert werden konnte. Satellitenbild und Flugspuren zeigen aber auch, dass es - wenn auch kleinräumiger - auch in anderen Bereichen fliegbare Bedingungen gab.

Meteosat 8: Der Samstag


Mitteleuropa-Satellitenbild 14 UTC

 

Sonntag: Eindeutiger war die Trennung zwischen fliegbar/nicht fliegbar dagegen am Sonntag: Lediglich ein paar einsame Spuren sind im Rheintal zu sehen, der Schwerpunkt lag dagegen erneut im Nordosten. Ein Blick ins Satellitebild (ebenfalls von 14 MESZ im Mitteleuropa-Ausschnitt) zeigt den Grund:  Die wellende Front hatte inzwischen den Rhein erreicht bzw. ihn im Norden bereits gequert. Bei sehr geringen Druckgegensätzen und entsprechend fehlenden Wind kam die Front dann aber kaum noch voran. Auch die vorlaufende Konvergenz war noch vorhanden und lag über dem Südosten Deutschlands, war dabei jedoch weniger aktiv als noch am Vortag.
Ungestört im Einfluss der trockenen Luft war weiterhin der Nordosten, wobei sich vor allem aus den südlichen Bereich erneut Cumuli bis weit nach Polen hinein streckten, die auch in den Basishöhen nochmals zulegen konnten, während es im Ostseeumfeld blau blieb.

Meteosat 8: Der Sonntag


Mitteleuropa-Satellitenbild 14 UTC

Wer hat was draus gemacht?
Voraussetzung für eine gute Ligawertung war natürlich der Zugriff auf das gute Wetter im Nordosten. Dass eine Teamleistung am Ende aber ein paar Punkte mehr bringen kann, zeigten die Piloten aus Königsdorf. Mit einem 75er-Schnitt und nur 2:14h Wertungszeit muss Mathias Schunk für seine Verhältnisse zwar den Eindruck gehabt haben, nach hinten aus der Polaren zu fallen, aber zusammen mit Christian Schöneis und Christian Uhl schaffen sie es, am Samstag 3 Flüge in die Wertung zu bringen und damit Rundenplatz 5 zu erreichen. Im Vergleich dazu war Michael Möker, der seinen Startplatz am Sonntag von Burgdorf nach Pritzwalk verlagerte, zwar deutlich schneller (134km/h), als Einzelkämpfer sprang am Ende für die Niedersachsen nur Rundenplatz 8 heraus.
Der Taktik, den Starpunkt ins gute Wetter zu legen, folgte auch der Rundensieger LSV Rinteln. Reinhard Schramme & Ralf Bödecker sowie Uli Gmelin & Michael Sasse brachten am Sonntag ihre Arcen in Reinsdorf an den Start, von wo aus auch Bernd Goretzki startete. Die Prognosen zeigten, dass Locktow zum Abend hin bereits im Zugriff der Konvergenz und ihrer Gewitter liegen sollte. Während Bernd und Reinhard/Rolf weite Strecken im engen Team über mehr als 800km unterwegs waren, gesellten sich Uli//Micheal vor allem auf dem schnellsten Liga-Teilstück dazu. Über die Waldrücken von Frankfurt/Oder bis weit nach Polen hinein und zurück bis in den Spreewald erflogen sie Schnitte von 130 bis über 140km/h. Am Ende summierten sich die Speed-Punkte auf 375 und bringen den Niedersachsen den Rundensieg in der Segelflug-Bundesliga. Für den mit rund 10 Punkten folgenden FSV Eisenhüttenstadt sorgt vor allem Sabrina Vogt für die Speed. Bereits am Samstag konnte sie 138km/h vorlegen und sich mit 130.45 Punkten hauchdünn vor Reinhard/Rolf (130.06) den punkthöchsten Liga-Flug dieser Runde verbuchen. Auch sie nutzte die bereits genannten Waldrücken nach Polen hinein. Dabei hatte Sabrina am Samstag mit "nur" 2000m Basis zwar rund 500m weniger Arbeitshöhe zur Verfügung als die Konkurrenz am Sonntag, sie musste dafür aber auch deutlich weniger kurbeln.
Nach zwischenzeitlicher Führung am Samstag erreichen die Niederlausitzer Rundenplatz 2 und auch Rang 3 geht ebenfalls nach Brandenburg, an den FK Brandenburg. Angeführt von Herbert Horbrügger erreichten sie mit Flügen am Samstag in Summe 312 Speed-Punkte und platzieren sich so noch vor dem HAC Boberg.
In der Gesamtwertung der Segelflug-Bundesliga schafft der FSC Odenwald Walldürn (57 Punkte) den Sprung an die Spitze und verdrängt die SFG Donauwörth-Monheim (56) auf Rang 2, Rinteln folgt direkt dahinter auf Rang 3 (54)
Insgesamt wurden 13 Teams in der Segelflug-Bundesliga gewertet, in der 2. Segelflug-Bundesliga sind es am Ende leider nur 8. Hier liefern sich der FCC-Berlin und der Aero Club Berlin ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem AC Pirna, das die Lüsseraner am Ende für sich entscheiden können. Bereits am Samstag hatten Gismut Schröder und Carsten Lindemann vorgelegt und gemeinsam mit Stefan Piaskowski bereits den zwischenzeitlichen Platz 1 eingenommen. Stefan konnte seinen Schnitt am Sonntag zwischen Elster und Oberlausitz nochmals deutlich verbessern. Er schafft mit 118km/h den punkthöchsten Flug in der 2. Segelflug-Bundesliga, wobei er seine Höhe am Ende für einen langgestreckten Endanflug unter die bereits auswehenden Cirrenschirme der Gewitter im Westen braucht. Der FCC-Berlin erreicht in Summe knapp 288 Punkte und gewinnt diese Runde. Lag am Samstag noch der Aero Club Berlin auf Rundenplatz 2, mussten sie am Sonntag dann doch noch den AC Pirna vorbeiziehen lassen. Mit einer ausgeglichenen Mannschaftsleitung erreichen die Sachsen 273 Speed-Punkte und können die von Reinsdorf aus fliegenden Berliner (268 Punkte) um knappe 5 Punkte auf Rang 3 verweisen.
Zwar gab es für den Rundensieger nur 16 Punkte, der AC Pirna (54 Punkte) konnte damit dennoch die Führung in 2. Segelflug-Bundesliga übernehmen und durchbricht gleichzeitig als 1. Team auch die 1000er-Marke bei den Speed-Punkten, kanpp dahinter liegen Mannhem (51) und Eichstätt (46).
Auch die Woche bleibt es noch bei einen schwachen Wind und unter leichtem Hochdruckeinfluss werden Feuchte und Labilität langsam weniger/ausgeräumt. Auch zur kommenden Runde deuten erste Prognosen auf einen anhaltenden Hochdruckeinfluss hin.

Weitere Infos zu Top-Meteo finden sich hier.

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